#Tarte au Chocolate

Matschige Tarte au Chocolate

Ich steh‘ auf Schokolade. Diese braune Masse gehört für mich zu einem guten Dessert, wie Zucker zum Tee, Pfeffer zum Steak, Socken zu Füßen (im Winter) – es geht zwar auch immer ohne, aber es fehlt doch etwas. Deshalb liebe ich auch Schokokuchen und diese Tarte hier, ist für mich die ultimative Schokokuchenexplosion. Mehr Schoko geht nicht. Das Beste an ihr ist dabei der matschige Kern, in den man nicht reinbeißen kann, ohne ein „Mmmmmh“ von sich zu geben.

Da ich selten Speisestärke im Haus habe, war ich begeistert, als ich im Netz die Variante mit Puddingpulver gefunden habe, denn das habe ich häufig im Regal stehen. Seitdem bin ich ein Fan von Puddingpulver im Kuchen. Das gibt einen fluffigeren Kern und weil in dieser Tarte kein Mehl enthalten ist, sondern einfach nur Fett mit – nun – fetthaltiger Schokolade wird das ganze einfach unsagbar butterweich.

Vor mir liegen also nun alle Zutaten – viele sind es nicht (siehe Rezept am Ende). Doch auf die Menge kommt es ja nicht an. Auf den Herd stelle ich einen Topf mit Wasser und auf diesen Topf setze ich eine silberne Metallschüssel. In diese schnitze ich die Butter und werfe die zerbröselte Vollmilchschokolade hinein. Ich nehme immer die mit der lila Kuh, wer mag kann natürlich auch zartbitter Schokolade verwenden, dann anschließend mehr Zucker, oder auch nicht. Ich habe mit dieser Vollmilch-Variante allerdings noch jeden rumbekommen – sogar meinen Chef, der seiner Aussage nach, eigentlich kein Kuchenesser ist.

Während ich also die Butter und die Schokolade schmelzen lassen, bereite ich den restlichen Teig vor. Dafür schlage ich vier Eier in eine Rührschüssel, gebe den Puderzucker hinzu und anschließend den Vanillezucker. Eigentlich soll dort ein Päckchen rein, ich habe aber nur einen Streuer. Also gebe ich so viel hinzu, wie ich in einem Päckchen vermute – gut, ich glaube es war ein wenig mehr, aber zu viel Vanillezucker gibt es einfach nicht. Mit einer Prise Salz runde ich alles ab, verquirle das Ganze bis es leicht sämig ist.

Die Butter und die Schokolade sind geschmolzen. Ich rühre noch einmal um, damit auch die letzten Stücke zerfließen. Ich lasse es soweit abkühlen, bis ich die Metallschüssel anfassen kann – und zwar ohne Topflappen. Die Masse schütte ich in die Rührschüssel zu den anderen Zutaten. Es duftet nach warmer, geschmolzener Schokolade – welch eine Überraschung – und ich möchte direkt mit dem Gesicht in die Schokomasse dippen. Ich beherrsche mich, rühre langsam und auf kleiner Stufe bis alles vermengt ist. Ich gebe die gehackte Schokolade dazu und rühre sie mit dem Löffel in den flüssigen…ähm…ich nenne es mal Teig. Ist es eigentlich nicht, mehr eine warme, gut riechende, Schokosuppe. Die eigentlich eckigen Schokostückchen beginnen in der noch warmen Masse leicht zu schmelzen und werden kleine, runde Schokoklumpen…in die ich reinbeißen möchte.

Zum Schluss gebe ich das Puddingpulver und ein wenig Backpulver hinzu, quirle erneut auf der niedrigsten Stufe und nur bis sich das Pulver gut vermischt hat mit dem Rest. Ich möchte schließlich nicht die Schokostückchen zerkleinern. Jetzt muss das Ganze nur noch in eine gefettete Form und ab in den Ofen. Ich nehme immer meine normale Springform, eine Tarteform habe ich leider nicht. Auf ein Küchentuch gebe ich ein wenig Öl und verreibe dies in der Form, auf dem Boden und an den Rändern. Ich befülle die Form mit der Schokomasse und schiebe sie auf dem Backblech auf die mittlere Schiene bei 175° Grad.

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Die nächsten zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten fliegt ein angenehmer, verführerischer Schokogeruch durch meine Wohnung. Zwischendurch teste ich mit meinem Stäbchen, ob und wieviel Teig am Holz kleben bleibt. Als ich ihn rausnehme ist er noch sehr weich und eigentlich klebt auch noch ein wenig Teig am Holzstäbchen nach dem Test – doch so soll es auch sein. Wenn man ihn abkühlen lässt, wird er ein wenig fester von außen, dafür bleibt er dann innendrin so lecker matschig. Und die Schokostücke darin setzen weitere Highlights.

Eigentlich wollte ich euch auch Fotos vom inneren des Kuchens zeigen, doch ich setzte meinen Kollegen diese Tarte vor mit den Worten. „Die könnt ihr gerne essen, ich schaffe das alleine nicht.“ Nun…ich sag mal so, Heuschrecken hätten nicht schneller sein können. Dafür bekam ich aber jede Menge Liebesbekundungen, einen Heiratsantrag und ein sauberes Blech zurück. Wenn Liebe nicht durch den Magen geht, dann weiß ich auch nicht. Guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Die 200 g vollmilchSchokolade und die 200g Butter im Topf oder in einem Wasserbad schmelzen.
Währenddessen werden die 4 Eier, die 100g Puderzucker, das päckchen Vanillezucker und die prise Salz cremig geschlagen. Das Schokobuttergemisch wird langsam dazugegeben und die 100g gehackten Schokostücke vorsichtig untergehoben.
Dann das eine päckchen schokoPuddingpulver und der halbe teelöffel Backpulver dazugeben und auf leichter Stufe verrühren. Das Ganze kommt in eine vorher gefettete spring- oder Tarteform.
Bei 175° Grad auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen 20-25 Minuten backen. Der Kuchen wird so lecker matschig sein – wie warmer Pudding.