#Omas Rezept

Umgedrehter Apfelkuchen nach Omas Rezept

Umgedrehter was?? Wieso denn umgedreht? Na ganz logisch: Dieser Kuchen wird auf dem Kopf gebacken und anschließend umgedreht. Ist natürlich praktisch für alle, die es immer schaffen ihren Kuchen zu dunkel werden zu lassen. Außerdem bekommt er so ein sehr schönes Ringmuster. Ja, meine Oma konnte schon gut backen. Viele Rezepte aus ihrem persönlichen Backbuch sind allseits beliebte Familienrezepte geworden mit Kuchen, die bei keiner Feier fehlen dürfen: Trüffelkuchen (ohne Trüffel), Mokkatorte, Erdbeerrolle und eben dieser umgedrehte Apfelkuchen (siehe Rezept am Ende).

Natürlich versuch ich beim Backen ihrer Kuchen ihren Vorlagen gerecht zu werden, aber irgendwie will mein Apfelkuchen nicht so schön aussehen wie bei ihr. Oft konnte ich ihre Kuchen nicht genießen, sie wohnte 640km von mir entfernt im Saarland in Hüttersdorf. Vielleicht ist es deshalb auch einfach nur der Gedanke, dass es bei meiner Oma immer besser schmeckte und aussah – wir hatten immer Ferien bei Oma, waren immer entspannt, haben immer Toffifee bekommen, ein Eis bei Alice gegessen und eben ihre tollen Kuchen genascht. Denn lecker ist meine Version auf jeden Fall auch. Dafür braucht es auch nicht viel Aufwand.

Ich lege also Backpapier in eine Springform, bestreue den Boden mit Zucker und lasse ein wenig – über dem Wasserbad geschmolzene – Butter über den Boden tröpfeln. Jetzt beginnt eigentlich die größte Arbeit: Das Schnibbeln der Äpfel. Natürlich schneide ich nicht gleich das gesamte Kilo Äpfel zurecht, wie viel man am Ende benutzt kommt auch auf die Dicke der Scheibchen und die Größe der Äpfel an. Ich schäle den ersten Apfel, viertel ihn, trenne das Kerngehäuse raus und schneide die Viertel in Scheiben. Dann lege ich diese ringförmig an den äußersten Rand der Springform. Ich viertel und schneide und lege, bis der ganze Boden mit den Apfelschnitzern bedeckt ist. Bei mir sind es drei Ringe und ein Stück in der Mitte. Auf diesen Ring streue ich ein paar gehackte Nüsse. Ja, so hat es meine Oma auch immer gemacht.

Danach schäle und schneide ich einen weiteren Apfel – aber diesmal in kleine Würfel – die ich auf den Apfelringen verteile, bis auch die kleinste Lücke mit Apfel gefüllt ist. So soll möglichst wenig Teig auf den Boden fließen – etwas, dass mir eben noch nicht so gut gelungen ist, wie bei meiner Oma. Ein letztes Mal streue ich weitere Nüsse auf die Äpfel, bevor ich mich dem Teig widme. Dann drehe ich mich um, weil ich mir die Hände waschen will. Gehe einen Schritt Richtung Waschbecken und trete mit meinem nackten Fuß in ein gewürfeltes Stück Apfel. Ob meine Oma auch so energisch die Zutaten durch die Gegend gepfeffert hat?

In einer Rührschüssel schlage ich die Eier, Butter und Zucker schaumig. Dann folgt langsam das Mehl mit dem Backpulver und ein wenig Milch. Hier müsst ihr selber einmal schauen, wenn der Teig zu fest ist, eben noch ein wenig mehr Milch hinzugeben. Die Masse soll nicht suppig sein, aber auch nicht knetbar – mehr die Konsistenz von Nutella…warmer Nutella, sehr warmer. Vielleicht auch ein wenig weicher sogar.

Diese Masse gebt ihr über die Äpfel in der Form und anschließend auf der mittleren Schiene in den Backofen. Mit einem Stäbchen testet ihr, ob auch kein Teig mehr daran kleben bleibt. Ist dies der Fall, ist der Kuchen durch und ihr könnt ihn rausnehmen. Wenn meine Kuchen zu sehr braun werden von oben, lege ich immer ein bissen Backpapier locker darüber, das verhindert, dass er noch dunkler wird.

apfelkuchencollage

Nachdem der Kuchen abgekühlt ist, könnt ihr die Form umdrehen, sie öffnen und den Apfelkuchen auf einen Teller legen. Nun könnt ihr das schöne ringförmige Muster der Apfelschnitze sehen – naja…ich jetzt nicht so unbedingt bei meinem, aber ich weiß ja, dass er da ist. Meine Oma hat uns diesen Kuchen immer mit ein wenig Sahne dazu serviert. Ich mochte besonders die Nussstücke im Teig zwischen den süßen Äpfeln. Sie ist nun seit etwa vier Jahren nicht mehr bei uns, aber ihre Kuchen sind es noch und werden es auch stets sein. Als ich beschloss diesen Backblog zu starten, dachte ich sofort daran, als ersten Kuchen einen von Oma zu präsentieren – quasi als Widmung an sie und ihr Backkünste. Danke Omi. Und euch einen guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen. Diesen mit ein wenig Zucker bestreuen und 20g geschmolzene Butter auf den Boden tröpfeln. schnibbelt etwa 1 Kilo Äpfel in kleine Scheiben und legt sie ringförmig auf den Boden, bis dieser bedeckt ist. Nun nach belieben gehackte Nüsse darüber streuen.
Anschließend werden noch ein oder zwei Äpfel in kleine Würfel geschnitte und der Boden damit bestreut bis praktisch keine Löcher mehr frei sind. Danach nochmal ein paar Nüsse verstreuen.
Drei Eier, 135g Butter, und 240g Zucker schaumig rühren. 270g Mehl, ein halbes Päckchen Backpulver und 6 Esslöffel Milch hinzugeben, schön verrühren und dann über die Äpfel verteilen.
Das Ganze dann auf mittlerer Schiene bei 190°Grad etwa 40-50 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. nach dem Stäbchentest aus dem Ofen nehmen. Gut abkühlen lassen, dann die Form umdrehen und den Kuchen daraus lösen. Et Voilà! Ihr habt umgedrehten Apfelkuchen.