#M&M

Dripping Cake mit M&Ms und Ganache des Grauens

Einen Backblog führen bringt Freude – also mir und denen, die den Kuchen essen dürfen. Aber wie sagte schon Spidermans Onkel Ben: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Also für mich übersetzt: „Aus einem Backblog folgen hohe Erwartungen.“ Nachdem ich also meinem Neffen zum Geburtstag die Mumientorte gebacken habe, kann ich folglich meiner Nichte an ihrem Ehrentag nicht mit einer schnöden Schokotorte kommen. Ich dachte ich probiere mal einen der aktuellen Kuchentrends aus: Dripping Cakes. Das sind mehrschichtige Kuchen, bei denen die Glasur in Tropfen runterläuft. Und weil ich mich mit sowas simplem nicht zufriedengebe, soll da noch eine Packung M&Ms drüber geschüttet werden – hierbei soll der Vorgang des Schüttens in der Bewegung festgehalten werden, samt schwebender, auslaufender Tüte. Und ich dachte, dass wäre der schwerste Part an diesem ganzen Unterfangen. Doch ich habe die Rechnung ohne die Ganache gemacht…HA, HA. Die blöde #?%§! Doch auf die Hülle aus Schokolade, die um den Kuchen soll, werde ich später noch genauer eingehen (siehe Rezept am Ende).

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Zunächst also kläre ich die Grundbestandteile für den Kuchen, denn das gute an diesen Dripping Cakes ist, ihr könnte jeden trockenen Kuchen nehmen den ihr wollt: Schokokuchen, Zitronenkuchen, Mohnkuchen, Kokoskuchen, Stracciatellakuchen. Ich nehme die Sachertorte als Grundkuchen. Da ist Schokolade drin, aber es ist nicht nur Schoko, somit besteht die Hoffnung, dass das Ganze nicht zu süß wird, immerhin soll da eine Schokoschicht drumherum. Da ich vier Schichten plane, werde ich ihn zweimal backen. Ich möchte eine weiße Ganache, damit es einen schöneren Kontrast gibt zur heruntertropfenden Vollmilch-Glasur. Und die Creme zwischen den Tortenschichten wird eine simple Erdbeercreme. So, das Grundgerüst steht, beginnen wir also mit dem Backen.

Am Anfang steht die Ganache

Damit ich am Tag des Geburtstags nicht um sechs Uhr morgens aufstehen muss, bereite ich die Kuchen und auch die Ganache am Abend vor der Festigkeit vor. Die Schokoummantelung soll laut Rezept schon nach wenigen Stunden streichfertig sein, weshalb mein Plan vorsieht, die Kuchen zu backen, zu Schichten, und einzucremen. Am nächsten Tag soll dann einfach nur noch garniert werden. So einfach. Da die Ganache ein paar Stunden abkühlen soll, bereit ich diese zuerst zu.

Da ich keine Raspel habe, hacke ich die Schokolade mit einem Messer klein. Und mit jedem Stück wünschte ich, ich hätte eine Raspel…aua, meine Hand. Im Übrigen habe ich zwei Wochen später eine Rasple in meiner Küche entdeckt – noch mit dem Preisschild daran. Nun, nachdem ich also fertig bin, gebe ich die Sahne in einen Topf und lasse sie aufkochen. Bei meiner Ganache habe ich mich an einem Rezept von Mann backt gehalten. Laut seiner Anleitung darf die Sahne auf keinen Fall kochen, davon habe ich mich vermutlich irritieren lassen und die Sahne zu früh vom Herd genommen. Ich gieße die Sahne über die Schokostückchen, die anfangen zu schmelzen. Das Ganze soll zwei bis drei Minuten stehen gelassen werden. Anschließend mit dem Schneebesen umrühren, aber vorsichtig, damit nicht zu viel Luft untergehoben wird. Nun soll die Ganache eine Konsistenz wie Nutella haben. Tja, meine hat eher die Konsistenz von etwas festerer Nutella mit Schokobrocken. Entweder waren die Schokostücke noch zu groß, die Sahne nicht zu heiß, oder mein Verhältnis von Sahne zu Schokolade nicht richtig – oder alles drei. Ich lasse die Ganache erstmal stehen und widme mich dem Kuchen.

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Zwei Kuchen für vier Schichten

Ich schmelze die Kuvertüre und quirle die Butter mit dem Puderzucker, sowie ein wenig Vanillezucker und Salz zu einer cremigen Masse. Meine vom Eiweiß getrennten Dotter kommen in die Schüssel und unter den Mixer. Anschließend gieße ich die warme Schokomasse hinzu. Aus dem Eiweiß schlage ich mit dem Zucker Eischnee, der dann leicht an Schaumkusscreme erinnert. Das gebe ich auf den Teig, darüber streue ich Mehl und hebe das ganze unter die Masse. Der Kuchen soll hoch werden, aber nicht zu breit, ansonsten würden wir vermutlich drei Tage an dem Kuchen essen. Deshalb nehme ich eine kleinere Silikonform mit 18cm Durchmesser. Das Ganze kommt nun für etwa 60 Minuten in den Ofen. Anschließend mache ich das ganze Prozedere noch einmal, bis ich zwei kleine Sachertorten habe.

Und meine Ganache? Die sieht immer noch scheiße aus. Da es nun schon spät ist und ich keine Hoffnung mehr habe, dass sie weiter schmilzt, beschließe ich doch früher aufzustehen und am nächsten Morgen die Schokocreme zu retten.

Am nächsten Morgen ist die Ganache etwas fester, zu fest zum Streichen und immer noch klumpig. Ich fülle eine kleinere Menge in eine Auflaufform und stelle sie bei sehr geringerer Temperatur in den Backofen. Funktioniert nicht ganz so gut, denn statt zu schmelzen, bildet sich über der Schokolade eine kleine Ölpfütze. Ich nehme noch eine kleine Menge und stelle sie wieder bei 50°Grad in den Backofen, doch diesmal nur für wenige Sekunden, bis ich sehe, dass die Creme wieder weicher wird. So schmelze ich die restliche Ganach wieder ein wenig. Die Klümpchen sind immer noch da, aber zumindest ist sie jetzt streichfertig. Ich lasse sie noch ein wenig abkühlen und kümmere mich um das Schichten.

Was soll’s, dann eben keine glatte Ganache

Zuerst rühre ich die Erdbeercreme an, das einfachste Rezept von allen. Tüte auf, Sahne dazu und rühren. Die beiden Torten schneide ich in jeweils zwei Hälften – quer. Dann fang ich an mit dem Schichten. Auf den ersten Boden gebe ich etwas Erdbeercreme, dann die zweite Schicht Kuchen, dann Erdbeercreme, dann die dritte Schicht Kuchen, dann Erdbeercreme, dann der Deckel. Und hier drumherum, streiche ich die Ganache. Nun, wenn sie glatt ist, dann fällt das Streichen wohl einfacher und die Torte sieht hinterher verputzt aus. Meine ist nicht ganz ebenmäßig weiß, doch wie es meinem Motto entspricht: Die Ganache schmeckt dennoch sehr gut.

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Als letztes kommt die Krönung: die Glasur und darauf die M&M Garnierung. Dafür schmelze ich die Kuvertüre und gieße sie anschließend von oben auf den Kuchen. Mit einem Spachtel schiebe ich die Glasur über den Rand, damit sie an den Seiten herunterläuft und um dem Dripping Cake seine herunterlaufenden Tropfen zu geben. Eine Seite streiche ich etwas breiter mit der Kuvertüre ein, dort sollen die Schokolinsen später kleben. Dann nehme ich einen Strohhalm, ziehe die untere Hälfte bis kurz vorm Knick durch die Kuvertüre und stecke ihn in die Mitte des Kuchens.

Die Tüte schwebt

Die Schokolade am Strohhalm sollte etwas trocknen, damit die Schokolinsen besser daran kleben bleiben. Nun streue ich die M&M über den Kuchen, aber so, dass es aussieht als ob sie über den Rand rüber rutschen. An der dicker bestrichenen Seite klebe ich die Linsen in die langsam härter werdende Kuvertüre. Die Schokolade am Strohhalm ist noch zu weich und die Schokolinsen zu schwer, sie rutschen ständig. Daher ziehe ich auch hier die einzelnen M&M durch die Kuvertüre und klebe so die weiche Schokolade auf die weiche Schokolade – die Linsen halten. Zum Schluss knicke ich den Strohhalm um, stülpe die M&M Tüte darüber und schon schwebt sie. Ich wische noch schnell die Schokoreste vom Tellerrand, denn mir sind ein paar Tropfen „übergelaufen“. Und schon kommt auch meine Nichte, die große Augen macht und gleich reinhaut.

Rezept und Anleitung:
Für die Sachertorte: (2 x backen)
Ich schmelze 110g Kuvertüre (dunkle Schokolade) im Wasserbad. Währenddessen quirle ich die 110g weiche Butter mit 30g Puderzucker und Je einer Prise Vanillezucker und Salz, bis die Masse Cremig aussieht. Anschließend Trenne ich 5 Eier und gebe die Eidotter nach und nach in die Masse. Nun rühre ich die warme Schokomasse unter.
Aus dem Eiweiß schlage ich – zusammen mit 150G Zucker – Eischnee. Das gebe ich auf den Teig, darüber streue ich 110G Mehl und hebe das ganze unter die Masse. Diese fülle ich in eine kleinere Silikonform mit 18cm Durchmesser. Bei 190° Grad hole ich nach etwa 60 Minuten den Kuchen aus dem Ofen. Das Ganze backe ich dann noch ein zweites mal, damit ich zwei kleine Sachertorten habe.
Für die Erdbeercreme:
Für die schnelle Erdbeercreme (ohne Erdbeeren weil Winter) einfach eine Packung Quarkfein mit Erdbeergeschmack mit einem Becher Sahne verquirlen und fertig.
Für die Ganache:
Meine Ganache war murks, ich hatte 800G weiße Schokolade und etwa 280ml Sahne – viel zu viel Masse für den Kuchen und auch wohl nicht das richtige Mengenverhältnis und nicht zu heiß und alles. Ich Empfehle folgendes Rezept und die Anleitung von Sallys Blog. Dies werde ich nächstes mal auch ausprobieren. Für ihr Rezept braucht man 600g weiße Schokolade (Kuvertüre) und 200g Sahne, also auch ein 1:3 Verhältnis. Die Schokolade in Stücke Brechen, oder auch raspeln und die Sahne aufkochen. Den Topf vom herd nehmen, die Schokolade dazugeben und mit dem Schneebesen umrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Die Masse dann umfüllen und abgedeckt über nacht und bei Zimmertemperatur stehen lassen. In einigen Anleitungen kann die Ganache auch nach wenigen Stunden schon benutzt werden. Sie darf nur nicht zu fest werden, sonst lässt sie sich schwieriger streichen.
Den Kuchen zusammensetzen:
Die Sachertorten jeweils halbieren, dass man vier Scheiben hat. Dann den untersten Tortenboden mit Erdbeercreme bestreichen, Tortenboden darauf, wieder bestreichen, Tortenboden darauf, Erdbeercreme und dann Deckel drauf. Das Ganze wird mit der Ganache bestrichen, einmal rundherum und obendrüber, bis alles glatt ist und wie verputzt aussieht.
Für das M&M-Topping:
Nun kommt das M&M Topping (Eine große Packung ohne Nüsse) mit 100G Vollmilchkuvertüre. Zunächst die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Das untere Ende eines Strohhalms – bis ein paar zentimeter unterhalb des knicks – in die Kuvertüre tunken und ein wenig trocknen lassen. Währenddessen die flüssige Schokolade über den Kuchen gießen, so dass sie an den Seiten herunterläuft.  Dabei versuchen, dass die Tropfen nicht komplett herunterlaufen und sich die Schokolade auf der Kuchenplatte sammelt. Eine Seite könnt ihr etwas breitflächiger mit Schokolade bestreichen, dort werden später die M&M platziert. Sobald der Kuchen oben bedeckt ist, mittig den Strohhalm hineinstecken, mit dem Knick nach oben zeigend. Mit einer Schere wird eine Ecke der Verpackung weggeschnitten, wir brauchen diese noch. Nun werden die M&M auf dem Kuchen gestreut und auf die Glasur geklebt, so dass es aussieht, als ob sie über den Kuchen rutschen und an ihm herunter.  Die M&M die an den Strohhalm sollen am besten einmal in die noch weiche Kuvertüre tunken und dann an den Strohhalm kleben. Falls die Schokolade noch zu weich ist, erfordert das ganze ein wenig geduld. Wenn auch dieser vollständig bedeckt ist, stülpt die Verpackung mit der offenen Ecke über den Strohhalm und schon sieht es aus, als ob die Verpackung schwebt. Guten Appetit!