#Kürbis

Kürbisstute mit Geschmack

Es ist Herbst und das heißt es ist Kürbiszeit. Sie heißen Hokkaido, Butternutt, Buttercup, Celebration, Chestnut, Dornenkrone oder Flying Saucer. Lauter verschieden Formen, Größen, Farben und Geschmäcker an Kürbissen nehmen einen beträchtlichen Teil des Gemüseregals im Supermarkt ein. Oder ist es doch eher das Fruchtregal? Ob der Kürbis nun eine Frucht oder ein Gemüse ist, da streiten sich die Geister: Er wächst am Boden, ist Bestandteil einer einmal tragenden Pflanze, der gekocht verspeist werden kann (Gemüse) – ABER das weiche Fruchtfleisch wird überwiegend roh verzehrt und der Kürbis besteht auch aus einer bestäubten Blüte (Obst). Man einigt sich also auf Fruchtgemüse und wir können unseren Kürbis genießen, ohne uns den Kopf darüber zu zerbrechen was der Kürbis überhaupt ist.

Ich für meinen Teil mag den Kürbis gerne in Form einer Kürbisstute (siehe Rezept unten), also brotähnlich, nur etwas süßer. Die beste die ich gegessen habe, gab es bei einem Bäcker im Supermarkt bei mir um die Ecke – sie war fluffig, süß, schön gelb und nicht zu trocken. Leider gibt es diese Bäckerei nicht mehr und ich muss mir meine Stute selber backen. Also kaufe ich einen Hokkaido-Kürbis und die restlichen Zutaten und fange in meiner Küche an zu schnibbeln.

Einfach lässt sich der Kürbis nicht schneiden, die Außenschale ist sehr hart und ich so schwach. Ich bin sehr froh, als ich endlich 200g zusammen habe. Aua, meine arme Hand. Ich wünscht ich hätte eines dieser tollen, teuren, japanischen Messer, bei denen ich den Kürbis nur über die Klinge streichen muss und er zerfällt in tausend Teile – etwas überspitzt gesagt. Der Vorteil am Hokkaido ist, dass man ihn nicht schälen muss, außerdem gibt er eine schöne Farbe im Teig. Ich gebe die Stücke also zusammen mit der Milch in einen Kochtopf und lasse das Fruchtgemüse weich werden. Mit dem Mixer püriere ich alles weich, einen Kartoffelstampfer habe ich nicht.

Als die Masse etwas abgekühlt ist, fülle ich sie in eine Rührschüssel, gebe nach und nach das Mehl hinzu, ein bisschen Zucker und die Trockenhefe. Ich knete alles durch. Was für ein befriedigendes Gefühl. Brotkneten hat oder macht mir immer noch am meisten Spaß. Danach verknete ich noch eine Prise Salz und etwas weiche Butter. Passt auf, dass ihr die Hefe nicht direkt mit dem Fett und dem Salz verknetet, sonst geht sie schlechter auf.

kuerbisstutecollage

Ich lege ein Geschirrtuch über die Schüssel und stelle sie in die Nähe meiner Heizung und warte, bis der Teig fast doppelt so groß ist. Dann verknete ich ihn wieder, lege ihn in eine Kastenform, ziehe ihn zurecht und lasse ihn weitere zwanzig Minuten gehen. Dann kommt er in den Backofen. Nach etwa 50 Minuten ist die Stute fertig gebacken. Ich nehme sie raus und lasse sie abkühlen. Diese Stute kann nun mit Butter, Marmelade, Schokoaufstrich, aber auch mit Salami, Leberwurst, Wasauchimmerduwillst bestrichen, belegt, verziert werden. Sie schmeckt einfach mit so gut wie allem. Guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Die 200g frisches Hokkaido-Kürbisfleisch werden zusammen mit 150ml Milch weich gekocht. Danach könnt ihr den Kürbis zerstampfen oder mit dem Mixstab pürrieren. Wenn die Masse abgekühlt ist wird sie mit 500g Mehl, 4 EL Zucker und einem Päckchen Trockenhefe verkneten. Dann 40g weicher Butter und eine Prise Salz hinzugeben. Achtet darauf die Hefe nicht direkt mit dem Salz und der Butter zu verkneten, da sie sonst schlechter aufgeht.
Den Teig anschließend abgedeckt an einer warmen Stelle etwas gehen lassen – fast doppelte Größe. Nochmals durchkneten und weitere 20 Minuten gehen lassen. Anschließend in eine Kastenform geben und die Stute bei 220°C etwa 50 Minuten backen. Abkühlen lassen, aus der Form nehmen und fertig.