#Brownies

Brownies im Schokokussmantel

Gründe zum Feiern gibt es viele: eine Hochzeit, einen Abschluss, einen neuen Job, einen Geburtstag, das Ende einer anstrengenden Beziehung (wobei hier meist die Freunde feiern). Einige Anlässe werden dabei größer gefeiert als andere, zum Beispiel der 18. Geburtstag. In meinem Alter ist es eher der 30. Ich freue mich immer, wenn ein weiterer meiner Freunde sein drittes Jahrzehnt beendet und ich mich nicht so alleine alt fühle: „Jaaa, komm auf die dunkle Seite, wir haben Kuchen.“ Und damit der Übertritt nicht so schwer fällt, backe ich für meine Freundin, das baldige Geburtstagskind, etwas ausgefallenes – ich kombiniere gleich zwei leckere Sachen, Brownies und Schokoküsse und setzte die Küchlein einfach in die Mitte der klebrigen Köstlichkeit. Ich weiß: „Schmackofatz!“

Während also meinen Bekannten bei der Nennung der Idee schon das Wasser im Mund zusammenläuft begebe ich mich an die Umsetzung. Als Brownieteig werde ich einfach das Tarte au Chocolate Rezept von mir ein wenig abändern. Insbesondere damit es nicht so matschig ist, wird der Teig ein wenig mehr Mehl enthalten, als bisher. Damit ich am Tag der Festlichkeiten genug Zeit habe, bereite ich den Kuchen am Abend davor schon zu. Dafür schmelze ich die Schokolade und die Butter im Wasserbad. Währenddessen trenne ich die Eier und gebe nur die Eigelb in den Teig, das Eiweiß will ich später für die Schaumkussmasse verwenden. Achtung: Blöde Idee!! Tut das nicht, nehmt die ganzen Eier – oder vielleicht kann man das Eiweiß ja auch mit Rum ersetzen…hmm….müsste ich einmal ausprobieren.

Nur die ganzen Eier

Nun, ich vermische also die Eier mit dem Zucker einer Prise Salz und anschließend dem Schokobuttergemisch. Hinzu kommen die gehackten Schokostücke, das Puddingpulver, Backpulver und das Mehl. Hier gebe ich das Mehl vor allem nach Gefühl rein. Da der ursprüngliche Teig sehr flüssig ist und die Brownies in meinem Fall nicht so matschig sein sollen, gebe ich gerade soviel Mehl hinzu, dass der Teig ein wenig zäher ist. Als ich ihn auf mein gefettetes Backblech gebe, kommt mir der Teig ein wenig komisch vor. Schiebe ihn dann aber trotzdem in den Ofen. Als er dann fertig ist und auch abgekühlt, merke ich, dass die Idee mit den getrennten Eiern nicht meine Beste war. Ich klopfe auf den Kuchen und nun, er war ein wenig hart, fast keksig hart, wenn nicht sogar zementig.

Ich backe den Kuchen also nochmal, nun mit den ganzen Eiern eben. Diesmal fülle ich den Teig in meine normale Springform, was im Nachhinein wohl sogar besser war. Ich habe noch ein kleines Plastikschnapsgläschen, welches ich nun zum Ausstechen nehme. Gott sei Dank ist es aus dünnem Plastik, denn ich bekommen den ausgestochenen Kuchen nichts aus dem Glas. Ich zersplitter das Glas in zwei Hälften und kann so auch bei den nächsten ausgestochenen Kreisen, den Kuchen gut aus dem Glas entfernen. Ich drücke die beiden Hälften zusammen und in den Kuchen und lege den runden, hohen Brownie auf ein Gitter. Unter dem Gitter habe ich Backpapier gelegt, denn gleich geht sie los, die Schweinerei. Vorher schneide ich aber noch alle runden Brownies in zwei Hälften.

Achtung vor tieffliegendem heißen Sirup

Jetzt kommt die Schaumkussmaße dran: Dafür koche ich zunächst Zucker mit Wasser zu einem klebrigen Sirup. In einer hohen Schüssel schlage ich derweil Eiweiß mit Puderzucker steif. In einer kleineren habe ich lauwarmes Wasser in der ein wenig Gelatine aufweicht. Als der Eischnee steif, der Sirup gekocht und die Gelatine weich ist, werfe ich alles in eine Schüssel und schlage das ganze zu einer cremigen, schaumigen Masse, bis sie abgekühlt ist. Ein kleiner Tipp: der Sirup ist heiß! Falls ihr also so trottelig (wie ich) sein solltet und den Löffel mit dem heißen Zeug durch die Gegend werft, gebt wenigstens acht, dass die schmelzende, kochende Masse nicht auf eurem Finger landet. Sie brennt sich direkt in die Haut. Ich habe mich gefühlt wie Edward Norton in Fight Club, als er sich die Lauge über die Hand gegossen hat. Ich habe meine schwere Wunde überlebt und tapfer weiter gemacht.

Ich nehme mir den ersten Brownie vor, hebe die obere Hälfte herunter, schmiere etwas Schaumcreme auf die untere und lege die obere Hälfte wieder darauf. Dann streiche ich das gesamte Küchlein mit der Schaumkussmasse ein. Eine klebrige Angelegenheit, aber es gibt durchaus unangenehmere Dinge, die man an den Fingern kleben haben kann. So verfahre ich mit den übrigen Brownies, bis die Brownies Whities sind.

Zum Schluss der Schokokuss

Jetzt fehlt nur noch die Glasur. Ich schmelze dafür 200g Kuvertüre, da ich aber knapp 30 Küchlein habe, weiß ich, dass dies jetzt schon nicht reicht. Zum Glück habe ich noch eine Packung Kuchenglasur, die ich zum Schmelzen in die Mikrowelle stellen kann. Ich gieße die Schokolade über die ersten Küchlein und versuche sie komplett zu bedecken. So verfahre ich auch mit den weiteren Brownies, zwar haben alle am Ende einen Schokoüberzug, aber der reicht nicht ganz, um alle weißen Stellen zu überdecken. Dafür hätte ich noch ein mal mindestens 100g mehr benötigt. Zum Schluss stelle ich die Kreationen noch kurz in den Kühlschrank, damit der Überzug fest wird.

Als sie fertig getrocknet sind, packe ich alle ein eine Schüssel, wickle ein wenig Alufolie drum – der Deckel passt nicht mehr – und gehe zur Feierlichkeit. So Sehnsüchtig die Brownies im Schokokussmantel erwartet wurden, so schnell waren sie auch alle weg. Und so schmecken diese Kreationen – entgegen meiner Befürchtungen – nicht zu süß, sondern echt goil.

Rezept und Anleitung:
Für die Brownies:
Die 200 g vollmilchSchokolade und die 200g Butter im Topf oder in einem Wasserbad schmelzen.
Währenddessen werden die 4 Eier, die 100g Puderzucker, das päckchen Vanillezucker und die prise Salz cremig geschlagen. Das Schokobuttergemisch wird langsam dazugegeben und die 100g gehackten Schokostücke vorsichtig untergehoben.
Dann das eine päckchen schokoPuddingpulver und der halbe teelöffel Backpulver dazugeben und auf leichter Stufe verrühren. Nun kommt das Mehl hinzu und zwar nach gefühl – zwischen 100-120g. Falls der Teig immer noch sehr flüssig ist, ein wenig mehr. Das Ganze kommt in eine vorher gefettete spring- oder Tarteform.
Bei 175° Grad auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen 20-25 Minuten backen.
Für die Schaumkusscreme:
Zunächst werden 300g Zucker mit 100ml wasser zu einem Sirup gekocht. Währenddessen werden 4 Eiweiss mit 70G Puderzucker steif geschlagen. 2 Gelatineblätter werden derweil im lauwarmen Wasser aufgeweicht. Der heiße Sirup wird unter rühren zum Eischnee hinzugegeben und anschließend auch die Gelatine. Das ganze wird weiter gerührt, bis sich eine cremig-schaumige Masse ergibt.
zusammensetzen und überziehen:
Sobald der Kuchen fertig und abgekühlt ist, mit einem kleinen Schnapsglas ausstechen – oder etwas anderem kleinen, rundem, das nach möglichkeit oben offen ist, damit ihr den Teig wieder herausschieben könnt. die Ausgestochenen Brownies setzt ihr am Besten auf ein Gitter und darunter legt ihr ein wenig Backpapier.
die Brownies halbiert ihr in der Mitte. zwischen die Hälften schmiert ihr die Schaumkussmasse, legt die obere Hälfte wieder drauf und streicht den kompletten Brownie mit der Creme von außen an. Dies macht ihr mit allen Küchlein.
Nun kommt die Glasur. Dafür könnt ihr kuvertüre nehmen – im Block oder in den Packungen für die Mikrowelle ist dabei wumpe. Einfacher ist die für die Mikrowelle, insbesondere, wenn man mehr als eine Packung braucht. Ich habe 200G Kuvertüre geschmolzen und eine Packung Kuchenglasur in der Mikrowelle aufgewärmt. War knapp, Aber alle Brownies waren mit schokolade übergossen, Anschließend habe ich sie für ein, zwei Stunden in den Kühlschrank gestellt, damit sie schneller trocknen. und dann: Guten Apettit!

 

Brownies mit blauem Puderzucker

Es ist still im Büro, draußen ist es bereits dunkel und die meisten meiner Kollegen aus unserem Gemeinschaftsbüro sitzen bereits zuhause im Feierabend – außer mir. Ich muss noch eine Nachtschicht einschieben, weil ich einen Text abgeben muss und stelle mich auf eine ruhige, aber produktive Nacht ein. Dann kommt mein Kollege Mario, auch er rödelt noch hier rum. Gestern gab es eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins, der hier die Büroräume mietet. Mario kümmert sich um die Reste. Es gab Waffeln, weshalb hier nun kiloweise Mehl, Eier, Butter, bunte Streusel und blauer Puderzucker in unserer Küche stehen. BLAUER PUDERZUCKER! Wie geil ist das denn, denke ich und probiere ihn. Wahnsinn, der schmeckt genauso wie weißer Puderzucker, wer hätte das gedacht.  „Da muss man doch was daraus machen können“, sagt Mario und sieht sich die Masse an Zutaten an. Und da ich ja eigentlich wirklich sehr viel zu tun habe, beschließen wir kichernd einen Kuchen für unsere anderen Kollegen zu backen. „Die werden Augen machen morgen früh“, sag ich. Insgeheim wollte ich aber mal mit dem blauen Puderzucker backen.

Mario rennt schnell los, um noch Schokolade zu kaufen, denn ich habe zufällig ein Rezept für Brownies dabei, welches ich ausprobieren wollte. Ich setze mich noch schnell an den Rechner und versuche produktiv zu sein. Klappt so semigut. Als wir dann anfangen wollen zu backen, fällt uns auf, was noch fehlt: eine Rührschüssel, ein Handrührgerät und vor allem eine Backform. Das gute an Brownies ist, dass man sie auch direkt auf dem Backblech machen kann und das haben wir Gott sei Dank. Es wird schnell mit Öl und Küchentuch eingefettet und bereitgestellt. Als Rührschüssel nehmen wir einen hohen Kochtopf und zum Umrühren (weil es auch keinen Schneebesen gibt) nehmen wir einen Pfannenwender, der hat auch „Löcher“ und naja…in der Not, backt der Teufel mit einem Pfannenwender…oder so.

Zuerst schmelzen wir die Butter und eine Tafel Schokolade in einer Metallschüssel über dem Wasserbad. Da wir keine Waage haben, schätzen wir die 100g Butter pi mal Daumen ab. Währenddessen schnippelt Mario eine weitere Tafel Schokolade in kleine Stücke, die später in den Teig sollen. In den großen Kochtopf geben wir die Eier und den blauen Zucker – und wie lernen wir schon in der Schule im Kunstunterricht: Blau und Gelb = Grün. Genau, grün sieht unser Masse bisher aus. „Hmm, ein wenig wie Kotze“, schaue ich meinen Kollegen zweifelnd an. „Naja, vielleicht sieht es gleich besser aus“, sagt er hoffnungsvoll. Wir füllen also die geschmolzene Schokolade in den Topf und geben die Schokostücke hinzu, rühren um und schauen in den Topf. „Verdammt, jetzt sieht es aus wie Durchfall“, sagen wir beide. „Das wird doch keiner essen, wenn die Brownies so komisch grünbraun aussehen“, sag ich und suche in unserem Vorratsschrank nach einer rettenden Lösung. Das hat man nun vom blauen Puderzucker.

Ich finde gesüßtes Kakaopulver und gebe etwas in die Masse, in der Hoffnung, die Farbe zu ändern. Es klappt. Nach dem ersten Schub Kakaopulver sieht der Teig nicht mehr so stark grün aus, ein wenig mehr und endlich sieht der Teig ansehnlich aus, eben wie Kuchenteig. Und geschmacklich hat das Kakaopulver auch nur zur Verbesserung beigetragen. Nun gebe ich das Mehl hinzu und Mario rührt um. Fertig ist der Brownieteig, dessen Farbe zwar ansehnlich ist, aber immer noch nicht so brown wie Brownies eben sind. Egal. Jetzt wird der Teig auf das gefettete Backblech gegeben. Es wird keine dicke Teigschicht, aber das sind diese leckeren Schokoküchlein sowieso nicht.

Das Ganze schieben wir dann in den Ofen und schon nach wenigen Minuten schwebt ein herrlicher Schokogeruch durch die Büroräume. Als wir das Blech nach etwa einer halben Stunde aus dem Ofen nehmen, sieht der Teig fantastisch aus. Kurz lassen wir das Blech abkühlen und schneiden dann kleine, rechteckige Stück aus dem Teig. Natürlich probieren wir die noch warmen Brownies und überlegen, wie viele Stücke wir eigentlich überlassen müssen – sie schmecken hervorragend. Auf dem Teller garniere ich sie mit – Achtung Überraschung – blauem Puderzucker und bunten Streuseln.

Wir decken den Teller schweren Herzens mit einem Geschirrtuch ab und platzieren die Brownies so in der Küche, dass die Kollegen sie auch finden. Eine kleine Notiz in unserer Facebook-Gruppe führt dann zu Tumulten, weil Spätaufsteher, den Frühaufstehern Aufträge geben, zumindest ein Stück für später zu sichern. Und mein Text? Tja, der war immer noch nicht fertig. Aber Hauptsache der Kuchen schmeckt. Guten Appetit!

 

Rezept und Anleitung:
Zunächst werden 100g Schokolade mit 100g Butter im Wasserbad geschmolzen. Währenddessen wird eine Tafel Vollmilch-schokolade in kleine Stücke geschnitten. Die 4 Eier werden mit 50 g blauem Puderzucker schaumig geschlagen. Dazu kommt ein Päckchen Vanillezucker.
Anschließend gebt ihr die flüssige Schoko-Butter-Masse in den Teig und rührt das um. Nun kommen die Schokostücke und gesüßtes Kakaopulver, bis der grünlichbraune Teig eine fürs Auge essbare Farbe hat. Zum Schluss kommt etwa 80g Mehl hinzu und ein halber Teelöffel Backpulver und umrühren.
Nun das ganze auf ein gefettetes Backblech und bei 175° Grad auf der mittleren Schiene für 20-30 Minuten backen. Anschließend den Stäbchentest machen und bei bestehen rausnehmen, kurz abkühlen lassen und in kleine Rechtecke schneiden. Das ganz wird dann auch mit blauem Puderzucker garniert. Fertich!