#Alkohol

Joghurt-Likör43-Nutella-Schokokuchen

Ich möchte backen. Jetzt. Um 11 Uhr nachts. Hin und wieder packt es mich, dann sitze ich nach einem arbeitsamen Tag auf meiner Couch und denke die ganze Zeit an etwas Süßes. Ein Brot mit Nutella? Ein Löffel Nutella? Schokopudding? Etwas zu Naschen habe ich selten Zuhause – außer zu bestimmten Anlässen – genau um mich vor solchen Ideen auf der Couch zu schützen. Dann fange ich immer an im Gedanken zu backen. Manchmal stehe ich dann wirklich auf und schaue was ich an Zutaten da habe, so wie heute.

Ein Blick in meinen Kühlschrank verrät mir, dass ein herkömmliches Rezept nicht möglich ist. Ich habe nur zwei Eier und keinen Schluck Milch. Ich entdecke meinen Joghurt. Könnte funktionieren. Ein wenig mehr Flüssigkeit von etwas anderem und ich kann drauflos backen. Ich drehe mich also zu meinem Regal um, auf dem die alkoholischen Getränke stehen – einmal backte ich mit Rum, als mir Eier fehlten. Das Ergebnis war sehr gut, zumal Rum auch treibend wirkt, ihn also in die Höhe schießen lies und den Teig auflockerte. Jetzt habe ich aber keinen Rum, dafür aber Licor 43. Warum nicht (Rezept siehe unten)?

Ich krame das Mehl heraus, entdecke noch ein offenes Päckchen gehackte Mandeln und Schokopuddingpulver, nehme auch diese beiden Sachen aus dem Regal und stelle sie auf die Arbeitsplatte. Schnell gehe ich nochmal zurück und hole die Nutella, Schoko soll in den Kuchen. Die leider nicht so weiche Butter schnitze ich in eine Schüssel und versuche sie mit dem Puderzucker, den Eiern und ein wenig Vanillezucker cremig zu schlagen. Es funktioniert, dauert zwar etwas länger, weil die harte Butter sich etwas störrisch anstellt, aber zum Schluss ist es eine Creme. Dann kommen der Joghurt und das Schokopuddingpulver dazu. Scheint ganz gut zu funktionieren bisher. Vielleicht ist meine Reihenfolge der Zutaten nicht ganz korrekt, aber am Ende ist ohnehin alles ein Brei.

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Also nehme ich das Mehl und das Backpulver und gebe es langsame zum Teig dazu. Jetzt kommt meine Verfeinerung, die restlichen gehackten Mandeln landen in der Schüssel. Mit einem Esslöffel hebe ich zwei größere Portionen Nutella aus dem Glas und in die Masse – vielleicht waren es auch eher drei. Nun kommt mein Milch und auch ein wenig Eiersatz ins Spiel. Zwei große Schlücke, dann drei – und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, auch ein vierter. Der Alkohol wird nach dem Backen verpufft sein, doch damit man den Likör auch schmeckt, ist weniger nicht mehr. Beim probieren hat der Teig es schon in sich, würde ich ihn roh essen, hätte ich bestimmt einen Sitzen.

Dann begehe ich einen Fehler, den ich erst nach dem Backen erkenne. Ich nehme eine Silikonkastenform anstatt einer normalen gefetteten. Der Vorteil an Silikon ist, dass man es nicht einfetten muss, der Kuchen flutscht einfach so raus, wenn er abgekühlt ist. Außer wenn der Teig zu weich ist – wie meiner jetzt. Habe ich aber vorher nicht drüber nachgedacht. Und so fülle ich fröhlich den Teig in die Form, schiebe das Ganze in den Ofen und nach etwa 40 Minuten und einem bestandenen Stäbchentest hole ich den herrlich duftenden, gut aufgegangenen Kuchen aus der Röhre. Da es inzwischen schon spät ist, decke ich den Kuchen ab und lasse ich ihn über Nacht abkühlen.

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Am nächsten Morgen gehe ich in freudiger Erwartung in die Küche. Der Kuchen sieht herrlich aus und duftet toll. Als ich die Silikonform biege, damit der Kuchen herausrutschen kann stelle ich fest: er rutscht nicht, er klebt fest. Dödödööööö…. Ich hole also so vorsichtig wie möglich das Backwerk aus der Form. Von oben sieht er toll aus, nur untenrum ist er etwas ausgefranst und die fehlenden Stücke kleben in der Form. Dennoch schmeckt er sehr gut und hat einen leichten Geschmack nach Likör 43. Auch meine Kollegen stürzen sich mit Wonne auf den Schokokuchen und sind glücklich. Also alles richtig gemacht.

Rezept und Anleitung:
Ich nehme 150g weiche Butter, 150g Puderzucker, 2 Eier, eine Prise Vanillezucker und schlage alles zu einer cremigen Masse. Anschließend gebe ich 1 Päckchen Schokopuddingpulver und einen Becher Joghurt hinzu – das verquirle ich wieder, bis ich eine homogene Masse habe.
Langsam gebe ich 150g Mehl und ein halbes Päckchen Backpulver dazu. Nun kommen 50g gehackte Mandeln, 2 Esslöffel Nutella – oder auch 3 – in die Schüssel. Zum Schluß gebe ich Licor 43 in den Teig – nach belieben. Kann auch gerne ein Schluck mehr sein, der Alkohol verpufft schließlich beim Backen.
Die Masse wird in eine gefettet Kastenform (nicht in die Silikonform) gegeben und bei 175°Grad für etwa 40 Minuten auf der mittleren Schiene in den Backofen geschoben. Nach erfolgreichem Stäbchentest – also wenn kein Teig mehr kleben bleibt – den Kuchen aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und genießen. Guten Appetit!

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