Süßes wie Kuchentrends die ich ausprobiere

Der goldene Schnatz mit Schokokuchen

Es ist mal wieder soweit, die Kinder meiner Schwester haben Geburtstag und da möchte ich mich natürlich nicht lumpen lassen. Mein Neffe hat als erstes Geburtstag und steht nun mit seinen 12 Jahren an der Schwelle zum Teenager. Mit Zügen, Lastern oder Traktoren brauche ich ihm nicht mehr kommen. Vorbei sind die niedlichen Antworten. Wenn ich ihn frage: „Weißt du eigentlich, warum es hier im Norden so flach ist?“ antwortet er mit: „Ja, weil hier alle so viele Flachwitze erzählen.“ Fips Asmussen lässt grüßen. Was er momentan sehr gerne liest, ist Harry Potter. Und ich, die mit 36 Jahren auch immer noch Fan von Blitznarbe-Harry ist, kann das sehr gut verstehen. Ich habe auch ein paar neue Backformen, unteranderem die Halbkugel-Backform von Féerie Cake, die ich ausprobieren möchte. Und welcher runde Gegenstand fällt euch im Zusammenhang mit Harry Potter ein? Genau, der goldene Schnatz (Rezept, siehe unten).

Ich habe mir im Internet angeschaut, wie andere Bäcker ihre Schnatzkuchen gestaltet haben und mich entschieden den Kuchen als eine komplette Kugel mit Flügeln zu backen. Der Kuchen selber wird ein Schokokuchen, der nicht zu weich und sabschig ist, damit die Kugel nicht auseinanderfällt. Drumherum und zwischen die beiden Halbkugeln kommt eine Vanillecreme. Das ganze decke ich dann mit weißem Fondant ein, den ich einkerben werden, damit er wie der echte goldene Schnatz aussieht. Zum Schluss kommt noch essbares Goldspray zum Einsatz für den Glanz und zwei Flügel, damit er fliegen kann.

Klingt relativ einfach und im Gegensatz zum Mumien-Kuchen vom letzten Jahr, ist er das auch tatsächlich. Ich bin diesmal wieder bei meiner Mutter in der Küche, damit mir beim Transport nicht die Kugel vom Teller rollt. Der Teig ist schnell und einfach zubereitet. Da meine Backform 20x10cm ist, befürchte ich, dass der Kuchen sehr groß werden wird, wenn ich den Teig zweimal anrühre und aufeinanderstaple. Deshalb wiege ich vorher die Schüssel ab, damit ich nachher den fertigen Teig abwiegen und quasi halbieren kann. Dann gebe ich den halben Teig in die mit Backpapier ausgelegte Form, damit die runde Kuchenspitze nicht hängen bleibt. Nach etwa 30-40 Minuten hole ich den fertigen Kuchen aus dem Backofen. Normalerweise ist es für mich in Ordnung, wenn die Mitte des Schokokuchens noch etwas weich ist, da aber diesmal das Gewicht des Kuchens auf der runden Spitze ruhen wird, muss auch die Mitte durchgebacken sein. Der Pikstest verrät mir, wann es soweit ist.

Nachdem ich auch die zweite Halbkugel aus dem Ofen holen und diese abgekühlt ist, stelle ich fest, dass der Kuchen doch recht klein wird. Naja, dann muss ich wenigstens keine Stützen wie Strohalme mit einbauen. Ich schneide also mit meinem Kuchenmesser die Unebenheiten der beiden glatten Seiten der Halbkugeln so zurecht, dass sie plan aufeinanderliegen. Dann schneide ich quasi den Äquator meines Kuchens so zurecht, dass sich eine Kugel ergibt. Na gut, eine richtige Kugel ist es nicht, mehr eine Frikadelle, aber für eine Kugel müsste ich noch mehr von dem köstlichen Kuchen abschneiden. Es bleibt also bei der Schokoschnatzfrikadelle.

Nun bereite ich die Vanillecreme vor und verteile sie noch warm zwischen den beiden Halbkugeln. Anschließend verteile ich die Creme auf der ganzen Kugel und versuche die restlichen Unebenheiten mit ihr auszufüllen, um eine glatte Oberfläche zu bekommen. Dann fange ich an den weißen Fondant auszurollen.  Ein wenig Puderzucker auf dem Tisch und an der Rolle helfen, damit die weiße Masse nicht kleben bleibt. Der Umfang meiner Kugel ist etwa 16cm, so grob gerechnet muss der Fondant in Länge und Breite doppelt so groß wie der Umfang sein, damit er über den ganzen Ball passt. Meiner ist sogar mehr als 40cm breit. Sollte reichen. Mit beiden Händen hebe ich den ausgerollten Teig schnell über die Kugel, bevor er reißt. Deshalb nicht zu dünn ausrollen, das gibt hinterher nur Löcher. Dann streiche ich die Masse mit den Händen von oben bis unten glatt an den Kuchen. Das geht ganz gut, bis ich unten angekommen bin.

Unten habe ich zu viel Masse, deshalb schneide ich den überschüssigen Fondant ab, forme daraus einen Ball, wickle ihn in Folie ein und lege ihn später in meinen Vorratsschrank. Den unteren Rand schiebe ich unter die Kugel. Hierfür benutze ich ein Modellierwerkzeug aus Plastik, wenn du die Finger benutzt, dann wird der Fondant weich und klebrig. Deshalb benutze am besten ein Werkzeug um den Fondant zu modellieren. An einer Stelle ist der Fondant bei mir tatsächlich etwas dünn, ich versuche ihn mit einem dünnen Stück Fondant zu reparieren. Auf meinem Handy öffne ich ein Bild vom goldenen Schnatz aus dem ersten Harry Potter Film. Ich stelle es neben den Kuchen und schnappe mir ein Modelliertool mit einer abgerundeten Spitze, ähnlich wie ein Bogen, damit ich die Maserungen in den Fondant drücken kann. Ich übertrage die Linien vom originalen Schnatz zunächst mit der Werkzeugspitze dünn auf den Kuchen. Als alle Linien leicht vorgezeichnet sind, drück ich mit der bogenförmigen Spitze die Linien in den Fondant und fahre den jeweiligen Strich entlang. Zum Schluss kommen noch zwei kleine Fondantkügelchen links und rechts auf den Kuchen, dort werde ich später die Flügel platzieren.

Jetzt stelle ich den Kuchen in den Kühlschrank, damit mir nichts davon wegschwimmt. Als ich ihn später raushole, sehe ich, dass die Vanillecreme wohl nicht so gut mit dem Fondant funktioniert. Meine kleine geflickte Stelle ist undicht und die Creme ist dort rausgetropft. Ich versuche sie wieder zu schließen, aber die Wunde heilt nicht – ist wohl Bluter der Kuchen. Provisorisch hält der Kuchen dicht. Jetzt nehme ich mir die Dose mit dem Goldspray zur Brust und sprühe den gesamten Kuchen ein, von oben, unten, der Seite – zum Glück habe ich jetzt endlich einen Drehteller, der mir die Arbeit erleichtert. Ich lasse das Gold kurz trocknen und nehme mir dann den schwarzen Lebensmittelstift. Ich zeichne die Einkerbungen nach und verwische die schwarzen Linien leicht mit dem Finger. Nun sehen sie etwas älter und realistischer aus. Zum Schluss stecke ich die beiden Federn in die jetzt goldenen Kugeln und fertig ist der Schnatz.

Die Freude über den Kuchen ist meinem Neffen ins Gesicht geschrieben. Auch der Schokokuchen schmeckt sehr lecker. Einzig würde ich nächstes Mal lieber eine Ganache nehmen, damit der Fondant nicht vom Kuchen rutscht nach dem Anschneiden. Ansonsten ist der Kuchen tiptop und ein voller Erfolg. Mein Neffe sagt: „Das ist der coolste Kuchen, den ich je bekommen habe.“ Na, da kann er doch noch sehr niedlich sein.

Rezept:
Als erstes werden die 4 Eier und die 200g brauner Zucker schaumig geschlagen. Währenddessen müssen 200g Butter geschmolzen und anschließend zu dem Eigemisch hinzugegeben werden. Gut verrühren.
Die trockenen Zutaten mischen: 120g Mehl, 100g Kakaopulver, 50g Puderzucker, 1TL Backpulver und 1 Päckchen Vanillezucker. Das Ganze dann mit dem Eigemisch gut verrühren.
Ich habe den Teig halbiert und nacheinander in einer halbkugel-Backform gebacken, jeweils etwa 30 Minuten bei 180°C. Der Kuchen wurde dadurch recht klein. Wenn du einen größeren Kuchen bekommen möchtest, rate ich den Teig zweimal zu rühren und zu backen. Dann musst du aber wahrscheinlich den Kuchen später etwas stabilisieren, wenn du daraus eine Kugel machen möchtest.
Meine beiden Hälften sind klein und leicht, deshalb muss ich sie nicht abstützen. Sie passen nicht exakt zusammen, ich schneide die oberen Ränder und die Seiten leicht ab, bis sich eine Kugel ergibt. Ich bereite eine Vanillecreme zu aus 500ml Milch, einem Päckchen Vanillepudding (ca. 60g) und etwa 3El Zucker. Das ganze mindesten zwei Minuten aufkochen. Dann streiche ich die Vanillecreme zwischen die beiden Kuchenhälften. Und anschließend streiche ich die Creme um die gesamte Kugel und versuche mit ihr Unebenheiten abzudecken. Das Ganze muss dann fest werden.
Nun streust du Puderzucker auf den Tisch und rollst etwa 500g oder auch weniger weißen Fondant aus. Er muss etwa doppelt so breit und lang ausgerollt sein, wie der Durchmesser der Kugel beträgt. Bei mir ist er 16cm, also roll ich den Fondant auf 38cm aus. Nun wird der Fondant vorsichtig und mit beiden Händen über die Kugel gelegt. Mit den Händen wird die weiße Schicht von oben nach unten glatt an die Kugel gestrichen. Unten wird der überschüssige Fondant abgeschnitten und am besten mit einem Plastik- oder Holzstiel unter die Kugel geschoben und glattgestrichen. So entsteht ein sauberer Abschluss.
Mit einem Modellierwerkzeug drücke ich die Einkerbungen des originalen Schnatzs in meinen Fondantmantel des Kuchens. Ein Bild des kleinen Balles hilft mir hier. Zwei kleine Fondantkügelchen die ich links und rechts auf der Kugel anbringe dienen später als Halterung für die Federflügel. Nun sprühe ich den Kuchen mit essbarem Goldspray ein, bis keine weiße Stelle mehr zu sehen ist. Nachdem die Farbe getrocknet ist, male ich mit einem schwarzen Lebensmittelstift die Einkerbungen aus und verwische das schwarz mit den Fingern. Das verleiht den Kerben mehr tiefe. Zum Schluss werden die beiden Federn in die zwei Erhebungen gesteckt und fertig ist der goldene Schnatz. Guten Appetit!

 

Dripping Cake mit M&Ms und Ganache des Grauens

Einen Backblog führen bringt Freude – also mir und denen, die den Kuchen essen dürfen. Aber wie sagte schon Spidermans Onkel Ben: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Also für mich übersetzt: „Aus einem Backblog folgen hohe Erwartungen.“ Nachdem ich also meinem Neffen zum Geburtstag die Mumientorte gebacken habe, kann ich folglich meiner Nichte an ihrem Ehrentag nicht mit einer schnöden Schokotorte kommen. Ich dachte ich probiere mal einen der aktuellen Kuchentrends aus: Dripping Cakes. Das sind mehrschichtige Kuchen, bei denen die Glasur in Tropfen runterläuft. Und weil ich mich mit sowas simplem nicht zufriedengebe, soll da noch eine Packung M&Ms drüber geschüttet werden – hierbei soll der Vorgang des Schüttens in der Bewegung festgehalten werden, samt schwebender, auslaufender Tüte. Und ich dachte, dass wäre der schwerste Part an diesem ganzen Unterfangen. Doch ich habe die Rechnung ohne die Ganache gemacht…HA, HA. Die blöde #?%§! Doch auf die Hülle aus Schokolade, die um den Kuchen soll, werde ich später noch genauer eingehen (siehe Rezept am Ende).

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Zunächst also kläre ich die Grundbestandteile für den Kuchen, denn das gute an diesen Dripping Cakes ist, ihr könnte jeden trockenen Kuchen nehmen den ihr wollt: Schokokuchen, Zitronenkuchen, Mohnkuchen, Kokoskuchen, Stracciatellakuchen. Ich nehme die Sachertorte als Grundkuchen. Da ist Schokolade drin, aber es ist nicht nur Schoko, somit besteht die Hoffnung, dass das Ganze nicht zu süß wird, immerhin soll da eine Schokoschicht drumherum. Da ich vier Schichten plane, werde ich ihn zweimal backen. Ich möchte eine weiße Ganache, damit es einen schöneren Kontrast gibt zur heruntertropfenden Vollmilch-Glasur. Und die Creme zwischen den Tortenschichten wird eine simple Erdbeercreme. So, das Grundgerüst steht, beginnen wir also mit dem Backen.

Am Anfang steht die Ganache

Damit ich am Tag des Geburtstags nicht um sechs Uhr morgens aufstehen muss, bereite ich die Kuchen und auch die Ganache am Abend vor der Festigkeit vor. Die Schokoummantelung soll laut Rezept schon nach wenigen Stunden streichfertig sein, weshalb mein Plan vorsieht, die Kuchen zu backen, zu Schichten, und einzucremen. Am nächsten Tag soll dann einfach nur noch garniert werden. So einfach. Da die Ganache ein paar Stunden abkühlen soll, bereit ich diese zuerst zu.

Da ich keine Raspel habe, hacke ich die Schokolade mit einem Messer klein. Und mit jedem Stück wünschte ich, ich hätte eine Raspel…aua, meine Hand. Im Übrigen habe ich zwei Wochen später eine Rasple in meiner Küche entdeckt – noch mit dem Preisschild daran. Nun, nachdem ich also fertig bin, gebe ich die Sahne in einen Topf und lasse sie aufkochen. Bei meiner Ganache habe ich mich an einem Rezept von Mann backt gehalten. Laut seiner Anleitung darf die Sahne auf keinen Fall kochen, davon habe ich mich vermutlich irritieren lassen und die Sahne zu früh vom Herd genommen. Ich gieße die Sahne über die Schokostückchen, die anfangen zu schmelzen. Das Ganze soll zwei bis drei Minuten stehen gelassen werden. Anschließend mit dem Schneebesen umrühren, aber vorsichtig, damit nicht zu viel Luft untergehoben wird. Nun soll die Ganache eine Konsistenz wie Nutella haben. Tja, meine hat eher die Konsistenz von etwas festerer Nutella mit Schokobrocken. Entweder waren die Schokostücke noch zu groß, die Sahne nicht zu heiß, oder mein Verhältnis von Sahne zu Schokolade nicht richtig – oder alles drei. Ich lasse die Ganache erstmal stehen und widme mich dem Kuchen.

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Zwei Kuchen für vier Schichten

Ich schmelze die Kuvertüre und quirle die Butter mit dem Puderzucker, sowie ein wenig Vanillezucker und Salz zu einer cremigen Masse. Meine vom Eiweiß getrennten Dotter kommen in die Schüssel und unter den Mixer. Anschließend gieße ich die warme Schokomasse hinzu. Aus dem Eiweiß schlage ich mit dem Zucker Eischnee, der dann leicht an Schaumkusscreme erinnert. Das gebe ich auf den Teig, darüber streue ich Mehl und hebe das ganze unter die Masse. Der Kuchen soll hoch werden, aber nicht zu breit, ansonsten würden wir vermutlich drei Tage an dem Kuchen essen. Deshalb nehme ich eine kleinere Silikonform mit 18cm Durchmesser. Das Ganze kommt nun für etwa 60 Minuten in den Ofen. Anschließend mache ich das ganze Prozedere noch einmal, bis ich zwei kleine Sachertorten habe.

Und meine Ganache? Die sieht immer noch scheiße aus. Da es nun schon spät ist und ich keine Hoffnung mehr habe, dass sie weiter schmilzt, beschließe ich doch früher aufzustehen und am nächsten Morgen die Schokocreme zu retten.

Am nächsten Morgen ist die Ganache etwas fester, zu fest zum Streichen und immer noch klumpig. Ich fülle eine kleinere Menge in eine Auflaufform und stelle sie bei sehr geringerer Temperatur in den Backofen. Funktioniert nicht ganz so gut, denn statt zu schmelzen, bildet sich über der Schokolade eine kleine Ölpfütze. Ich nehme noch eine kleine Menge und stelle sie wieder bei 50°Grad in den Backofen, doch diesmal nur für wenige Sekunden, bis ich sehe, dass die Creme wieder weicher wird. So schmelze ich die restliche Ganach wieder ein wenig. Die Klümpchen sind immer noch da, aber zumindest ist sie jetzt streichfertig. Ich lasse sie noch ein wenig abkühlen und kümmere mich um das Schichten.

Was soll’s, dann eben keine glatte Ganache

Zuerst rühre ich die Erdbeercreme an, das einfachste Rezept von allen. Tüte auf, Sahne dazu und rühren. Die beiden Torten schneide ich in jeweils zwei Hälften – quer. Dann fang ich an mit dem Schichten. Auf den ersten Boden gebe ich etwas Erdbeercreme, dann die zweite Schicht Kuchen, dann Erdbeercreme, dann die dritte Schicht Kuchen, dann Erdbeercreme, dann der Deckel. Und hier drumherum, streiche ich die Ganache. Nun, wenn sie glatt ist, dann fällt das Streichen wohl einfacher und die Torte sieht hinterher verputzt aus. Meine ist nicht ganz ebenmäßig weiß, doch wie es meinem Motto entspricht: Die Ganache schmeckt dennoch sehr gut.

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Als letztes kommt die Krönung: die Glasur und darauf die M&M Garnierung. Dafür schmelze ich die Kuvertüre und gieße sie anschließend von oben auf den Kuchen. Mit einem Spachtel schiebe ich die Glasur über den Rand, damit sie an den Seiten herunterläuft und um dem Dripping Cake seine herunterlaufenden Tropfen zu geben. Eine Seite streiche ich etwas breiter mit der Kuvertüre ein, dort sollen die Schokolinsen später kleben. Dann nehme ich einen Strohhalm, ziehe die untere Hälfte bis kurz vorm Knick durch die Kuvertüre und stecke ihn in die Mitte des Kuchens.

Die Tüte schwebt

Die Schokolade am Strohhalm sollte etwas trocknen, damit die Schokolinsen besser daran kleben bleiben. Nun streue ich die M&M über den Kuchen, aber so, dass es aussieht als ob sie über den Rand rüber rutschen. An der dicker bestrichenen Seite klebe ich die Linsen in die langsam härter werdende Kuvertüre. Die Schokolade am Strohhalm ist noch zu weich und die Schokolinsen zu schwer, sie rutschen ständig. Daher ziehe ich auch hier die einzelnen M&M durch die Kuvertüre und klebe so die weiche Schokolade auf die weiche Schokolade – die Linsen halten. Zum Schluss knicke ich den Strohhalm um, stülpe die M&M Tüte darüber und schon schwebt sie. Ich wische noch schnell die Schokoreste vom Tellerrand, denn mir sind ein paar Tropfen „übergelaufen“. Und schon kommt auch meine Nichte, die große Augen macht und gleich reinhaut.

Rezept und Anleitung:
Für die Sachertorte: (2 x backen)
Ich schmelze 110g Kuvertüre (dunkle Schokolade) im Wasserbad. Währenddessen quirle ich die 110g weiche Butter mit 30g Puderzucker und Je einer Prise Vanillezucker und Salz, bis die Masse Cremig aussieht. Anschließend Trenne ich 5 Eier und gebe die Eidotter nach und nach in die Masse. Nun rühre ich die warme Schokomasse unter.
Aus dem Eiweiß schlage ich – zusammen mit 150G Zucker – Eischnee. Das gebe ich auf den Teig, darüber streue ich 110G Mehl und hebe das ganze unter die Masse. Diese fülle ich in eine kleinere Silikonform mit 18cm Durchmesser. Bei 190° Grad hole ich nach etwa 60 Minuten den Kuchen aus dem Ofen. Das Ganze backe ich dann noch ein zweites mal, damit ich zwei kleine Sachertorten habe.
Für die Erdbeercreme:
Für die schnelle Erdbeercreme (ohne Erdbeeren weil Winter) einfach eine Packung Quarkfein mit Erdbeergeschmack mit einem Becher Sahne verquirlen und fertig.
Für die Ganache:
Meine Ganache war murks, ich hatte 800G weiße Schokolade und etwa 280ml Sahne – viel zu viel Masse für den Kuchen und auch wohl nicht das richtige Mengenverhältnis und nicht zu heiß und alles. Ich Empfehle folgendes Rezept und die Anleitung von Sallys Blog. Dies werde ich nächstes mal auch ausprobieren. Für ihr Rezept braucht man 600g weiße Schokolade (Kuvertüre) und 200g Sahne, also auch ein 1:3 Verhältnis. Die Schokolade in Stücke Brechen, oder auch raspeln und die Sahne aufkochen. Den Topf vom herd nehmen, die Schokolade dazugeben und mit dem Schneebesen umrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Die Masse dann umfüllen und abgedeckt über nacht und bei Zimmertemperatur stehen lassen. In einigen Anleitungen kann die Ganache auch nach wenigen Stunden schon benutzt werden. Sie darf nur nicht zu fest werden, sonst lässt sie sich schwieriger streichen.
Den Kuchen zusammensetzen:
Die Sachertorten jeweils halbieren, dass man vier Scheiben hat. Dann den untersten Tortenboden mit Erdbeercreme bestreichen, Tortenboden darauf, wieder bestreichen, Tortenboden darauf, Erdbeercreme und dann Deckel drauf. Das Ganze wird mit der Ganache bestrichen, einmal rundherum und obendrüber, bis alles glatt ist und wie verputzt aussieht.
Für das M&M-Topping:
Nun kommt das M&M Topping (Eine große Packung ohne Nüsse) mit 100G Vollmilchkuvertüre. Zunächst die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Das untere Ende eines Strohhalms – bis ein paar zentimeter unterhalb des knicks – in die Kuvertüre tunken und ein wenig trocknen lassen. Währenddessen die flüssige Schokolade über den Kuchen gießen, so dass sie an den Seiten herunterläuft.  Dabei versuchen, dass die Tropfen nicht komplett herunterlaufen und sich die Schokolade auf der Kuchenplatte sammelt. Eine Seite könnt ihr etwas breitflächiger mit Schokolade bestreichen, dort werden später die M&M platziert. Sobald der Kuchen oben bedeckt ist, mittig den Strohhalm hineinstecken, mit dem Knick nach oben zeigend. Mit einer Schere wird eine Ecke der Verpackung weggeschnitten, wir brauchen diese noch. Nun werden die M&M auf dem Kuchen gestreut und auf die Glasur geklebt, so dass es aussieht, als ob sie über den Kuchen rutschen und an ihm herunter.  Die M&M die an den Strohhalm sollen am besten einmal in die noch weiche Kuvertüre tunken und dann an den Strohhalm kleben. Falls die Schokolade noch zu weich ist, erfordert das ganze ein wenig geduld. Wenn auch dieser vollständig bedeckt ist, stülpt die Verpackung mit der offenen Ecke über den Strohhalm und schon sieht es aus, als ob die Verpackung schwebt. Guten Appetit!

 

Mumien Kuchen mit viel Hintern

Ich habe manchmal Fantasien – vor allem von Dingen, die ich sehr gut kann, obwohl ich eigentlich weiß, dass ich sie nicht so gut kann. Ich stelle mir vor wie ich elegant Parkour laufe, dabei schaffe ich es nicht mal mich eine Sekunde an einem Reck zu halten. Oder ich stelle mir vor wie ich mein neues Sofa alleine bis in den vierten Stock trage, obwohl ich es wohl nicht mal durch die Haustür schaffen würde. So stell ich mir eben manchmal vor, wie ich diese unglaublich kreativen und faszinierenden Torten nachbacken kann, die sich einige für Tortenwettbewerbe ausdenken. So wie etwa diese Torte hier:

Spaghetti-Mumie, Quelle: Jessica Allard

Spaghetti-Mumie, Quelle: Jessica Allard

Superkuchen, Superidee – und besonders passend für meinen Neffen, der am 31. Oktober Geburtstag hat, also Halloween. Ich muss gestehen, die Anleitung der Bäckerin habe ich erst entdeckt, als ich angefangen habe, diesen Beitrag hier zu schreiben. Tja… Daher präsentiere ich hier eben nun meine eigene Interpretation dieses coolen Kuchens (siehe Rezept am Ende). Da mein Neffe etwas weiter weg wohnt und dieser Kuchen vermutlich eine wacklige Angelegenheit werden wird, habe ich beschlossen die Torte bei meiner Mutter zu backen. Dort wird es auch die kleine Familienfeier geben. Und dabei kann sie mir vermutlich noch ein wenig helfen.

Ich habe mich entschieden als Grundteig einen Cake-Pop Teig zu nehmen, da dieser leicht formbar ist und auch auf Spießen serviert wird. Gut, die sind dann in der Regel etwas kleiner und tragen nicht noch Kopf und Arme, aber vielleicht funktioniert es ja. Für die Mullbinden werde ich ein Gemisch aus Marzipan und Fondant nehmen, da ich Fondant alleine nicht lecker finde und Marzipan alleine schnell viel zu weich ist.

Zuerst verrühre ich die leider nicht so weiche Butter mit dem Zucker. Dies alles natürlich unter den Augen meiner aufmerksamen Mutter – ich bin schließlich erst 35 Jahre alt und wer weiß, vielleicht bediene ich ja das Rührgerät nicht richtig. Als ich dann die Eier in den Teig gebe, beschließt meine Mutter mich in der Küche alleine zu lassen. Sie scheint mir nun zu vertrauen, oder kann sich mein Desaster nicht länger ansehen. Ich gebe das Mehl, das Backpulver und ein wenig Kakaopulver hinzu, weil ich gerne dunkle Kuchen mag. Man kann stattdessen natürlich 30 Gramm mehr Mehl nehmen. Eine relativ feste und klebrige Masse entsteht, die ich in eine Silikonkastenform streiche und für etwa eine halbe Stunde in den Ofen schiebe. Zum Testen, ob der Kuchen fertig ist, steche ich ab und zu ein Stäbchen in die Masse. Als kein Teig mehr daran kleben bleibt, nehme ich ihn raus und lasse ihn bis zum nächsten Morgen abkühlen. Das war der einfach Part.

Am nächsten Tag hole ich den Kuchen aus der Form und lege ihn auf ein Holzbrett. Die harte Kruste schneide ich dünn vom Kuchen ab. Das weiche Innenleben brösel ich in eine Schüssel. In einer anderen Schüssel verrühre ich Frischkäse mit Puderzucker, auch diese Masse ist leicht klebrig. Dann kann sie aber die Kuchenbrösel gut zusammenkleben. Dafür gebe ich die Klebemasse in die Krümel und beginne zu kneten, bis sich ein weicher Klumpen in der Schüssel befindet. Jetzt kann ich anfangen den Körper zu formen – und zwar jeden Körperteil einzeln. Am leichtesten geht der Kopf, einfach eine große Kugel drehen. Der Rest sind eigentlich eher dicke Würste. Aber die Gliedmaßen sollten möglichst proportional zueinander sein, damit es erstens nicht komisch aussieht und zweitens den Körper nicht vorne überfallen lässt, oder etwa die Beine unter dem Gewicht der Masse zusammenbrechen. Die Füße habe ich extra gemacht, damit die Mumie einen besseren Stand bekommt. Doch bevor ich die Figur zusammensetzen kann, muss sie erst einmal für eine Stunde in den Kühlschrank zum Aushärten. Währenddessen knete ich Marzipan mit Fondant zusammen, rollen ihn möglichst lang und flach aus und schneide mit dem Pizzaroller lange Streifen in die Masse.

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Als die Körperteile etwas härter sind, nehme ich die Platte auf der die Mumie liegt heraus. Zusammen mit meiner Mama versuche ich die Mumie zum Stehen zu bekommen. Dafür stecke ich zunächst einen abgeschnittenen Strohhalm in den oberen Körper, quasi als Hals für den Kopf, den ich direkt daraufsetze. Das hält schon mal. Für die Arme nehme ich kleine Zahnstocher und stecke sie zur Hälft in den Arm und mit der anderen Hälfte in den Körper. Das hält auch noch. Mit zwei weiteren Zahnstochern bringe ich die Füße an den Beinen an. Sie stehen, sehr gut sogar. Jetzt muss nur noch der Körper auf den Beinen halten. Meine Mutter ist skeptisch. Mein Papa schaut nur kurz und geht lieber ins Wohnzimmer. Ich nehme wieder zwei Strohhalmstücke und stecke eines in das linke Bein und das andere in das Rechte. Der Körper der Mumie ist schwer, die Beine sind weich, die Strohhalme vielleicht nicht stark genug. Meine Mutter schaut zweifelnd, als ich den Oberkörper auf die Beine schiebe. Ich rücke die Beine zurecht, versuche das Gleichgewicht der Figur zu finden. Es hält – nicht. Mist. „Die Arme sind länger als die Beine. Und er braucht einen Hintern, sonst fällt er vorne über“, sagt meine Mama. Mit meiner linken Hand halte ich die Figur aufrecht, mit der rechten rupfe ich ein wenig von den Armen ab, knete die beiden Klumpen wieder zusammen und klebe sie der Mumie hinten an den Rücken. Sie hat jetzt einen prächtigen Arsch.

Mit einem Minikuchenständer aus Pappe versuchen wir der Mumie ein wenig mehr Halt zu geben und siehe da: Sie steht tatsächlich. Jetzt sitzt sie mit ihrem prächtigen Hinterteil auf dem Kuchenständer. Wir beginnen also mit den Mullbinden. „Möchtest du einen Kornähren-Verband“, fragt meine Mutter. Ganz die Krankenschwester, die sie ist. Und ja, so ähnlich versuchen wir es zumindest, soweit man das mit Zucker und Marzipan überhaupt hinbekommt. Die erste Binde wickeln wir um den Kopf und achten darauf die Bahnen ein wenig überlappen zu lassen. Und hier merke ich auch, dass unsere Konstruktion mit dem Kuchenständer wohl doch nicht funktionieren wird. Das zusätzlich Gewicht des Marzipans drückt auf die weichen Beine. Sie werden immer kürzer und dicker. Der Teig ist nicht hart genug. Die Mumie muss wohl doch sitzen. Ich ziehe die Beine also aus dem Körper raus, setze den Oberkörper direkt auf die Platte und stecke die Strohhalmenden vorne wieder rein.

Hier macht sich auch der frisch gebaute Hintern sehr nützlich. Er ist eine gute Stütze. Und auch die Beine funktionieren hier besser. Nachdem nun alle Körperteile wieder richtig festgedrückt, die Proportionen angepasst und die Füße an den Beinen sind, wird auch der Rest des Körpers mit Mullbinden eingewickelt. Unten schiebe ich mit einem Holzspieß das Marzipan-Fondant-Gemisch unter den Körper, damit es so aussieht als ob der Verband Drumherum weitergeht. Versucht das bloß nicht mit den Fingern zu machen, der Marzipan wird weich und wird nur immer wieder an euren Fingern kleben bleiben. Wahnsinn in diesem Fall ist garantiert. Zum Schluss habe ich etwas schwarze Lebensmittelfarbe auf meinen Finger getropft und mit diesem Finger leicht über den Verband gestrichen, so sieht es am Ende ein wenig alt aus. Für die Augen habe ich zwei große schwarze Kreise mit Lebensmittelfarbe gemalt und Zuckeraugen daraufgesetzt. Der Mund hat rote Lebensmittelfarbe bekommen.

Meine Mutter holt meinen Vater, um ihm zu zeigen wie die Mumie aussieht und ja: Wir sind alle überrascht, dass der Kuchen besser aussieht als gedacht. Bis zur Übergabe wird er nochmal in den Kühlschrank gestellt und anschließend Halloweenmäßig verziert auf den Geburtstagstisch.

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Mein Neffe war begeistert als er ihn gesehen hat und keiner hat sich getraut ihn anzuschneiden, haben wir natürlich doch und er war lecker. Die Masse hat ungefähr die Konsistenz von Rumkugeln, was ich persönlich ja ziemlich steil finde. Allerdings ist sie auch sehr, sehr süß, weshalb ich das nächste Mal weniger Zucker nehmen würde. Im Rezept unten empfehle ich also weniger Zucker zu nehmen. Allerdings kann eine Nacht im Kühlschrank bei diesem Kuchen Wunder bewirken – am nächsten Tag war er gar nicht mehr zu süß und ich musste leider beide Arme und den Popo der Mumie vertilgen. Guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Die 140g weiche Butter werden mit 140g Zucker (ich empfehle 20-30G weniger Zucker) schaumig gerührt. Gebt dann anschließend 2 Eier hinzu und vermischt dies gründlich. Nun kommen 120g Mehl, eine Messerspitze Backpulver und 2 Esslöffel Kakaopulver dazu. Diese leicht klebrige Masse wird in eine gefettete Kastenform oder in eine Silikonform gegeben.
Den Ofen auf 160°Grad drehen und etwa 30 Minuten warten, bis der Kuchen fertig ist. Wenn nach dem Stäbchentest kein Teig mehr dran klebt, den Kuchen aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.
Währenddessen verquirlt ihr 80g Frischkäse mit 140g Puderzucker (Auch hier empfehle ich 20-30G weniger Zucker). Dann werden die harten Kuchenränder abgeschnitten und der Rest in eine Schüssel gebröselt. Gebt die Frischkäsemasse hinzu und knetet alles zu einer homogenen Masse. Formt nun eine große Kugel für den Kopf, zwei Beine, zwei Füße, zwei Arme und natürlich einen stabilen Oberkörper. Legt die Körperteile auf eine Platte und schiebt die für eine Stunde in den Kühlschrank, damit die Masse fertig wird.
Während die Körperteile im Kühlschrank sind, mischt ihr eine Packung weißen Fondant mit, einer Packung weißem Marzipan. Eigentlich reicht auch jeweils die Hälfte. Die Masse rollt ihr flach aus und achtet dabei darauf sie möglichst lang zu rollen. Mit einem Pizzaschneider rollt ihr lange Bahnen in die Masse. Das sind die Mullbinden.
Wenn die Körperteile fest sind werden diese zusammengesteckt – entweder mit Strohhalmstücken oder Holzspießen. Die Mumie sitzt, daher werden die beiden Arme vorne angebracht, so auch die Beine. Damit die Figur von ihrem Gewicht nicht umkippt, wird an der unteren Rückseite ein Hintern angefügt. Nun kommen die Mullbinden und werden um den Körper gewickelt. Am besten oben beim Kopf anfangen, gerne auch die Streifen ein wenig überlappen lassen. Unten werden die Binden mit einem langen Stäbchen ein wenig unter die Beine und den Po geschoben – mit den Fingern wird das eine klebrige und anstrengende Angelegenheit.
Sobald alle Binden angelegt sind, gebt einen Tropfen schwarze Lebensmittelfarbe auf einen Finger und wischt leicht über die weißen Binden, dass verleiht einen gebrauchten und alten Eindruck. Mit einem Holzspieß malt ihr zwei schwarze größere Kreise für die Augen auf. Hierauf klebt ihr dann Zuckeraugen. Fertig ist die Mumie.