Süßes das gut schmeckt aber nicht so aussieht wie es sollte

Oreo-Cheesecake mit Erdnussbuttercreme

Wenn mich jemand als Teenager gefragt hätte: „Was sind deine Lieblingskekse?“ Meine Antwort hätte ganz klar gelautet: „Oreo-Kekse!“ Was sonst natürlich? Den meisten Spaß beim Essen der Oreo-Kekse habe ich – heute noch – wenn ich die beiden schwarzen Kekshälften von der weißen, süßen Creme abtrenne. Einmal drehen, die Creme auf der einen Seite ablecken und dann den Rest genüsslich verknuspern. Dass die dunklen Krümel ein wenig hartnäckiger sind, als normale Kekskrümel ist irrelevant und gehört zu einer großen Oreo-Sause dazu. Nachdem der Boden meines Peanutbutter-Cheesecakes aus Cookies besteht, dachte ich mir: „Das muss doch auch mit Oreo-Keksen funktionieren.“ Und ja, tut es (siehe Rezept am Ende).

Ich besorge mir also ein paar Rollen Oreos, Butter und vor allem Frischkäse. Eier, Erdnussbutter und Puderzucker habe ich noch zuhause. Zuerst widme ich mich meiner Lieblingsbeschäftigung: Kekse auseinander drehen. Ich kratze die weiße Creme von den Keksen und lasse sie in die Schüssel fallen, in der ich später den Hauptteig anrühren werde. Die Kekshälften lege ich auf ein Stück Frischhaltefolie. Währenddessen schmelze ich die Butter im Wasserbad. Nachdem ich die Kekse auseinandergedreht habe – fünf müsst ihr behalten für später – und auf die Folie lege, decke ich diesen Haufen mit dem Rest zu, so dass ein kleiner Beutel entsteht. Mir mangelt es an einer kleinen Schüssel und einem Stößel zum Zerbröseln. Das was dem Stößel von der Form her noch am ähnlichsten ist, ist mein Baseballschläger, aber das halte ich dann doch für ein wenig übertrieben. Also nehme ich das dickere Ende meiner großen Schere und kloppe auf den Keksen herum, bis sie zerbröselt sind. Die Brösel gebe ich in eine kleine Schale und übergieße sie mit der flüssigen Butter. Ein wenig zermantschen und dann auf den Boden einer mit Backpapier ausgelegten Springform drücken – der Boden ist schon mal fertig.

Für den besonderen Kick des Kuchens kommt zwischen den Boden und den Cheesecake eine Schicht aus Erdnussbutter und Puderzucker. Die Mengen kann jeder nach Geschmack und Bedarf anrühren – einfach mit dem Löffel. Das Ganze dann auf dem Keksboden verteilen. Und ja, es ist etwas klebrig, aber die Mühe lohnt sich und, dass was an den Fingern bleibt, kann hinterher genüsslich verspeist werden. Achtet darauf, dass am Ende noch etwas auf dem Kuchen landet von der Creme und nicht nur an den Fingern.

Jetzt wird der Cheesecake-Teig angerührt und zwar – Achtung Überraschung – aus Frischkäse. Den einfach in die Schüssel mit der Kekscreme, zwei Eiern, ein wenig Zucker und den fünf letzten, zerbröselten Keksen geben. Nun muss die ganze Chose nur verrührt und auf den Kuchenboden mit der Erdnussbuttercreme gegeben werden. Dann ab damit in den Ofen für etwa eine halbe Stunde – maximal solange, bis die Masse etwas fester geworden ist. Aufgrund der schwarzen Kekse wird der weiße Cheesecake etwas gräulich aussehen, dafür aber herrlich schmecken. Und falls ihr euch fragt, ob man nur fünf Kekse in den Teig mischen kann: „Nein, es geht natürlich immer mehr.“ Es muss am Ende eben nur noch schmecken. Guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Als erstes schmelzt ihr 75 Gramm Butter im Wasserbad. Aus den zwei Rollen Oreo Cookies Original (etwa 154 Gramm pro Rolle) nehmt ihr fünf Kekse heraus und legt sie für später zur Seite. Der Rest wird für den Kuchenboden verwendet. Dafür dreht ihr die Kekse auseinander, kratzt die Cremefüllung ab, gebt sie in eine Schüssel und die nackten Kekse in einen Klarsichtbeutel – oder wer hat in einen Mörser. Dann werden die schwarzen Kekse zerbröselt, entweder mit einem Stößel oder zur Not mit etwas, dass sich als Stößel umfunktionieren lässt. Zu diesem Gebrösel wird die flüssige Butter gegeben. Verknetet das Ganze zu einer feuchten Masse. Diese wird auf den Boden einer mit Backpapier ausgelegten Springform gedrückt.
Nun gebt ihr etwa 80 Gramm Frischkäse in eine dritte Schüssel. Dazu kommen 80 Gramm Erdnussbutter und 40 Gramm Puderzucker und einmal mit dem Löffel verrühren. Den Löffel genüsslich ablecken. Hier könnt ihr variieren, je nach Geschmack oder Menge, der Erdnussbuttercreme, die ihr auf dem Kuchen haben wollt. Die Creme verteilt ihr auf dem dunklen Cookiesboden in der Springform – kann eine klebrige Angelegenheit werden, die sich aber lohnt.
Jetzt kommt der eigentliche Cheesecake. Dafür gebt ihr in die Schüssel mit der Keksfüllung 600 Gramm Frischkäse, 2 Eier, 100 Gramm Zucker und die fünf Oreo Cookies, die ihr vorher beiseitegelegt habt – zerbröselt natürlich. Das Ganze verquirlen und die fertige Masse in die Springform geben.
Der Ofen wird auf etwa 200 Grad Ober- und Unterhitze (Gasherd Stufe 4/5) gestellt und der Kuchen auf der mittleren Schiene etwa 30 bis 40 Minuten gebacken. Er soll nur fest werden, je nach Ofen kann das schneller oder länger dauern. Anschließen muss er nur noch gegessen werden. Guten Appetit!

Brownies mit blauem Puderzucker

Es ist still im Büro, draußen ist es bereits dunkel und die meisten meiner Kollegen aus unserem Gemeinschaftsbüro sitzen bereits zuhause im Feierabend – außer mir. Ich muss noch eine Nachtschicht einschieben, weil ich einen Text abgeben muss und stelle mich auf eine ruhige, aber produktive Nacht ein. Dann kommt mein Kollege Mario, auch er rödelt noch hier rum. Gestern gab es eine Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins, der hier die Büroräume mietet. Mario kümmert sich um die Reste. Es gab Waffeln, weshalb hier nun kiloweise Mehl, Eier, Butter, bunte Streusel und blauer Puderzucker in unserer Küche stehen. BLAUER PUDERZUCKER! Wie geil ist das denn, denke ich und probiere ihn. Wahnsinn, der schmeckt genauso wie weißer Puderzucker, wer hätte das gedacht.  „Da muss man doch was daraus machen können“, sagt Mario und sieht sich die Masse an Zutaten an. Und da ich ja eigentlich wirklich sehr viel zu tun habe, beschließen wir kichernd einen Kuchen für unsere anderen Kollegen zu backen. „Die werden Augen machen morgen früh“, sag ich. Insgeheim wollte ich aber mal mit dem blauen Puderzucker backen.

Mario rennt schnell los, um noch Schokolade zu kaufen, denn ich habe zufällig ein Rezept für Brownies dabei, welches ich ausprobieren wollte. Ich setze mich noch schnell an den Rechner und versuche produktiv zu sein. Klappt so semigut. Als wir dann anfangen wollen zu backen, fällt uns auf, was noch fehlt: eine Rührschüssel, ein Handrührgerät und vor allem eine Backform. Das gute an Brownies ist, dass man sie auch direkt auf dem Backblech machen kann und das haben wir Gott sei Dank. Es wird schnell mit Öl und Küchentuch eingefettet und bereitgestellt. Als Rührschüssel nehmen wir einen hohen Kochtopf und zum Umrühren (weil es auch keinen Schneebesen gibt) nehmen wir einen Pfannenwender, der hat auch „Löcher“ und naja…in der Not, backt der Teufel mit einem Pfannenwender…oder so.

Zuerst schmelzen wir die Butter und eine Tafel Schokolade in einer Metallschüssel über dem Wasserbad. Da wir keine Waage haben, schätzen wir die 100g Butter pi mal Daumen ab. Währenddessen schnippelt Mario eine weitere Tafel Schokolade in kleine Stücke, die später in den Teig sollen. In den großen Kochtopf geben wir die Eier und den blauen Zucker – und wie lernen wir schon in der Schule im Kunstunterricht: Blau und Gelb = Grün. Genau, grün sieht unser Masse bisher aus. „Hmm, ein wenig wie Kotze“, schaue ich meinen Kollegen zweifelnd an. „Naja, vielleicht sieht es gleich besser aus“, sagt er hoffnungsvoll. Wir füllen also die geschmolzene Schokolade in den Topf und geben die Schokostücke hinzu, rühren um und schauen in den Topf. „Verdammt, jetzt sieht es aus wie Durchfall“, sagen wir beide. „Das wird doch keiner essen, wenn die Brownies so komisch grünbraun aussehen“, sag ich und suche in unserem Vorratsschrank nach einer rettenden Lösung. Das hat man nun vom blauen Puderzucker.

Ich finde gesüßtes Kakaopulver und gebe etwas in die Masse, in der Hoffnung, die Farbe zu ändern. Es klappt. Nach dem ersten Schub Kakaopulver sieht der Teig nicht mehr so stark grün aus, ein wenig mehr und endlich sieht der Teig ansehnlich aus, eben wie Kuchenteig. Und geschmacklich hat das Kakaopulver auch nur zur Verbesserung beigetragen. Nun gebe ich das Mehl hinzu und Mario rührt um. Fertig ist der Brownieteig, dessen Farbe zwar ansehnlich ist, aber immer noch nicht so brown wie Brownies eben sind. Egal. Jetzt wird der Teig auf das gefettete Backblech gegeben. Es wird keine dicke Teigschicht, aber das sind diese leckeren Schokoküchlein sowieso nicht.

Das Ganze schieben wir dann in den Ofen und schon nach wenigen Minuten schwebt ein herrlicher Schokogeruch durch die Büroräume. Als wir das Blech nach etwa einer halben Stunde aus dem Ofen nehmen, sieht der Teig fantastisch aus. Kurz lassen wir das Blech abkühlen und schneiden dann kleine, rechteckige Stück aus dem Teig. Natürlich probieren wir die noch warmen Brownies und überlegen, wie viele Stücke wir eigentlich überlassen müssen – sie schmecken hervorragend. Auf dem Teller garniere ich sie mit – Achtung Überraschung – blauem Puderzucker und bunten Streuseln.

Wir decken den Teller schweren Herzens mit einem Geschirrtuch ab und platzieren die Brownies so in der Küche, dass die Kollegen sie auch finden. Eine kleine Notiz in unserer Facebook-Gruppe führt dann zu Tumulten, weil Spätaufsteher, den Frühaufstehern Aufträge geben, zumindest ein Stück für später zu sichern. Und mein Text? Tja, der war immer noch nicht fertig. Aber Hauptsache der Kuchen schmeckt. Guten Appetit!

 

Rezept und Anleitung:
Zunächst werden 100g Schokolade mit 100g Butter im Wasserbad geschmolzen. Währenddessen wird eine Tafel Vollmilch-schokolade in kleine Stücke geschnitten. Die 4 Eier werden mit 50 g blauem Puderzucker schaumig geschlagen. Dazu kommt ein Päckchen Vanillezucker.
Anschließend gebt ihr die flüssige Schoko-Butter-Masse in den Teig und rührt das um. Nun kommen die Schokostücke und gesüßtes Kakaopulver, bis der grünlichbraune Teig eine fürs Auge essbare Farbe hat. Zum Schluss kommt etwa 80g Mehl hinzu und ein halber Teelöffel Backpulver und umrühren.
Nun das ganze auf ein gefettetes Backblech und bei 175° Grad auf der mittleren Schiene für 20-30 Minuten backen. Anschließend den Stäbchentest machen und bei bestehen rausnehmen, kurz abkühlen lassen und in kleine Rechtecke schneiden. Das ganz wird dann auch mit blauem Puderzucker garniert. Fertich!

 

Dripping Cake mit M&Ms und Ganache des Grauens

Einen Backblog führen bringt Freude – also mir und denen, die den Kuchen essen dürfen. Aber wie sagte schon Spidermans Onkel Ben: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Also für mich übersetzt: „Aus einem Backblog folgen hohe Erwartungen.“ Nachdem ich also meinem Neffen zum Geburtstag die Mumientorte gebacken habe, kann ich folglich meiner Nichte an ihrem Ehrentag nicht mit einer schnöden Schokotorte kommen. Ich dachte ich probiere mal einen der aktuellen Kuchentrends aus: Dripping Cakes. Das sind mehrschichtige Kuchen, bei denen die Glasur in Tropfen runterläuft. Und weil ich mich mit sowas simplem nicht zufriedengebe, soll da noch eine Packung M&Ms drüber geschüttet werden – hierbei soll der Vorgang des Schüttens in der Bewegung festgehalten werden, samt schwebender, auslaufender Tüte. Und ich dachte, dass wäre der schwerste Part an diesem ganzen Unterfangen. Doch ich habe die Rechnung ohne die Ganache gemacht…HA, HA. Die blöde #?%§! Doch auf die Hülle aus Schokolade, die um den Kuchen soll, werde ich später noch genauer eingehen (siehe Rezept am Ende).

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Zunächst also kläre ich die Grundbestandteile für den Kuchen, denn das gute an diesen Dripping Cakes ist, ihr könnte jeden trockenen Kuchen nehmen den ihr wollt: Schokokuchen, Zitronenkuchen, Mohnkuchen, Kokoskuchen, Stracciatellakuchen. Ich nehme die Sachertorte als Grundkuchen. Da ist Schokolade drin, aber es ist nicht nur Schoko, somit besteht die Hoffnung, dass das Ganze nicht zu süß wird, immerhin soll da eine Schokoschicht drumherum. Da ich vier Schichten plane, werde ich ihn zweimal backen. Ich möchte eine weiße Ganache, damit es einen schöneren Kontrast gibt zur heruntertropfenden Vollmilch-Glasur. Und die Creme zwischen den Tortenschichten wird eine simple Erdbeercreme. So, das Grundgerüst steht, beginnen wir also mit dem Backen.

Am Anfang steht die Ganache

Damit ich am Tag des Geburtstags nicht um sechs Uhr morgens aufstehen muss, bereite ich die Kuchen und auch die Ganache am Abend vor der Festigkeit vor. Die Schokoummantelung soll laut Rezept schon nach wenigen Stunden streichfertig sein, weshalb mein Plan vorsieht, die Kuchen zu backen, zu Schichten, und einzucremen. Am nächsten Tag soll dann einfach nur noch garniert werden. So einfach. Da die Ganache ein paar Stunden abkühlen soll, bereit ich diese zuerst zu.

Da ich keine Raspel habe, hacke ich die Schokolade mit einem Messer klein. Und mit jedem Stück wünschte ich, ich hätte eine Raspel…aua, meine Hand. Im Übrigen habe ich zwei Wochen später eine Rasple in meiner Küche entdeckt – noch mit dem Preisschild daran. Nun, nachdem ich also fertig bin, gebe ich die Sahne in einen Topf und lasse sie aufkochen. Bei meiner Ganache habe ich mich an einem Rezept von Mann backt gehalten. Laut seiner Anleitung darf die Sahne auf keinen Fall kochen, davon habe ich mich vermutlich irritieren lassen und die Sahne zu früh vom Herd genommen. Ich gieße die Sahne über die Schokostückchen, die anfangen zu schmelzen. Das Ganze soll zwei bis drei Minuten stehen gelassen werden. Anschließend mit dem Schneebesen umrühren, aber vorsichtig, damit nicht zu viel Luft untergehoben wird. Nun soll die Ganache eine Konsistenz wie Nutella haben. Tja, meine hat eher die Konsistenz von etwas festerer Nutella mit Schokobrocken. Entweder waren die Schokostücke noch zu groß, die Sahne nicht zu heiß, oder mein Verhältnis von Sahne zu Schokolade nicht richtig – oder alles drei. Ich lasse die Ganache erstmal stehen und widme mich dem Kuchen.

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Zwei Kuchen für vier Schichten

Ich schmelze die Kuvertüre und quirle die Butter mit dem Puderzucker, sowie ein wenig Vanillezucker und Salz zu einer cremigen Masse. Meine vom Eiweiß getrennten Dotter kommen in die Schüssel und unter den Mixer. Anschließend gieße ich die warme Schokomasse hinzu. Aus dem Eiweiß schlage ich mit dem Zucker Eischnee, der dann leicht an Schaumkusscreme erinnert. Das gebe ich auf den Teig, darüber streue ich Mehl und hebe das ganze unter die Masse. Der Kuchen soll hoch werden, aber nicht zu breit, ansonsten würden wir vermutlich drei Tage an dem Kuchen essen. Deshalb nehme ich eine kleinere Silikonform mit 18cm Durchmesser. Das Ganze kommt nun für etwa 60 Minuten in den Ofen. Anschließend mache ich das ganze Prozedere noch einmal, bis ich zwei kleine Sachertorten habe.

Und meine Ganache? Die sieht immer noch scheiße aus. Da es nun schon spät ist und ich keine Hoffnung mehr habe, dass sie weiter schmilzt, beschließe ich doch früher aufzustehen und am nächsten Morgen die Schokocreme zu retten.

Am nächsten Morgen ist die Ganache etwas fester, zu fest zum Streichen und immer noch klumpig. Ich fülle eine kleinere Menge in eine Auflaufform und stelle sie bei sehr geringerer Temperatur in den Backofen. Funktioniert nicht ganz so gut, denn statt zu schmelzen, bildet sich über der Schokolade eine kleine Ölpfütze. Ich nehme noch eine kleine Menge und stelle sie wieder bei 50°Grad in den Backofen, doch diesmal nur für wenige Sekunden, bis ich sehe, dass die Creme wieder weicher wird. So schmelze ich die restliche Ganach wieder ein wenig. Die Klümpchen sind immer noch da, aber zumindest ist sie jetzt streichfertig. Ich lasse sie noch ein wenig abkühlen und kümmere mich um das Schichten.

Was soll’s, dann eben keine glatte Ganache

Zuerst rühre ich die Erdbeercreme an, das einfachste Rezept von allen. Tüte auf, Sahne dazu und rühren. Die beiden Torten schneide ich in jeweils zwei Hälften – quer. Dann fang ich an mit dem Schichten. Auf den ersten Boden gebe ich etwas Erdbeercreme, dann die zweite Schicht Kuchen, dann Erdbeercreme, dann die dritte Schicht Kuchen, dann Erdbeercreme, dann der Deckel. Und hier drumherum, streiche ich die Ganache. Nun, wenn sie glatt ist, dann fällt das Streichen wohl einfacher und die Torte sieht hinterher verputzt aus. Meine ist nicht ganz ebenmäßig weiß, doch wie es meinem Motto entspricht: Die Ganache schmeckt dennoch sehr gut.

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Als letztes kommt die Krönung: die Glasur und darauf die M&M Garnierung. Dafür schmelze ich die Kuvertüre und gieße sie anschließend von oben auf den Kuchen. Mit einem Spachtel schiebe ich die Glasur über den Rand, damit sie an den Seiten herunterläuft und um dem Dripping Cake seine herunterlaufenden Tropfen zu geben. Eine Seite streiche ich etwas breiter mit der Kuvertüre ein, dort sollen die Schokolinsen später kleben. Dann nehme ich einen Strohhalm, ziehe die untere Hälfte bis kurz vorm Knick durch die Kuvertüre und stecke ihn in die Mitte des Kuchens.

Die Tüte schwebt

Die Schokolade am Strohhalm sollte etwas trocknen, damit die Schokolinsen besser daran kleben bleiben. Nun streue ich die M&M über den Kuchen, aber so, dass es aussieht als ob sie über den Rand rüber rutschen. An der dicker bestrichenen Seite klebe ich die Linsen in die langsam härter werdende Kuvertüre. Die Schokolade am Strohhalm ist noch zu weich und die Schokolinsen zu schwer, sie rutschen ständig. Daher ziehe ich auch hier die einzelnen M&M durch die Kuvertüre und klebe so die weiche Schokolade auf die weiche Schokolade – die Linsen halten. Zum Schluss knicke ich den Strohhalm um, stülpe die M&M Tüte darüber und schon schwebt sie. Ich wische noch schnell die Schokoreste vom Tellerrand, denn mir sind ein paar Tropfen „übergelaufen“. Und schon kommt auch meine Nichte, die große Augen macht und gleich reinhaut.

Rezept und Anleitung:
Für die Sachertorte: (2 x backen)
Ich schmelze 110g Kuvertüre (dunkle Schokolade) im Wasserbad. Währenddessen quirle ich die 110g weiche Butter mit 30g Puderzucker und Je einer Prise Vanillezucker und Salz, bis die Masse Cremig aussieht. Anschließend Trenne ich 5 Eier und gebe die Eidotter nach und nach in die Masse. Nun rühre ich die warme Schokomasse unter.
Aus dem Eiweiß schlage ich – zusammen mit 150G Zucker – Eischnee. Das gebe ich auf den Teig, darüber streue ich 110G Mehl und hebe das ganze unter die Masse. Diese fülle ich in eine kleinere Silikonform mit 18cm Durchmesser. Bei 190° Grad hole ich nach etwa 60 Minuten den Kuchen aus dem Ofen. Das Ganze backe ich dann noch ein zweites mal, damit ich zwei kleine Sachertorten habe.
Für die Erdbeercreme:
Für die schnelle Erdbeercreme (ohne Erdbeeren weil Winter) einfach eine Packung Quarkfein mit Erdbeergeschmack mit einem Becher Sahne verquirlen und fertig.
Für die Ganache:
Meine Ganache war murks, ich hatte 800G weiße Schokolade und etwa 280ml Sahne – viel zu viel Masse für den Kuchen und auch wohl nicht das richtige Mengenverhältnis und nicht zu heiß und alles. Ich Empfehle folgendes Rezept und die Anleitung von Sallys Blog. Dies werde ich nächstes mal auch ausprobieren. Für ihr Rezept braucht man 600g weiße Schokolade (Kuvertüre) und 200g Sahne, also auch ein 1:3 Verhältnis. Die Schokolade in Stücke Brechen, oder auch raspeln und die Sahne aufkochen. Den Topf vom herd nehmen, die Schokolade dazugeben und mit dem Schneebesen umrühren, bis sie sich komplett aufgelöst hat. Die Masse dann umfüllen und abgedeckt über nacht und bei Zimmertemperatur stehen lassen. In einigen Anleitungen kann die Ganache auch nach wenigen Stunden schon benutzt werden. Sie darf nur nicht zu fest werden, sonst lässt sie sich schwieriger streichen.
Den Kuchen zusammensetzen:
Die Sachertorten jeweils halbieren, dass man vier Scheiben hat. Dann den untersten Tortenboden mit Erdbeercreme bestreichen, Tortenboden darauf, wieder bestreichen, Tortenboden darauf, Erdbeercreme und dann Deckel drauf. Das Ganze wird mit der Ganache bestrichen, einmal rundherum und obendrüber, bis alles glatt ist und wie verputzt aussieht.
Für das M&M-Topping:
Nun kommt das M&M Topping (Eine große Packung ohne Nüsse) mit 100G Vollmilchkuvertüre. Zunächst die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Das untere Ende eines Strohhalms – bis ein paar zentimeter unterhalb des knicks – in die Kuvertüre tunken und ein wenig trocknen lassen. Währenddessen die flüssige Schokolade über den Kuchen gießen, so dass sie an den Seiten herunterläuft.  Dabei versuchen, dass die Tropfen nicht komplett herunterlaufen und sich die Schokolade auf der Kuchenplatte sammelt. Eine Seite könnt ihr etwas breitflächiger mit Schokolade bestreichen, dort werden später die M&M platziert. Sobald der Kuchen oben bedeckt ist, mittig den Strohhalm hineinstecken, mit dem Knick nach oben zeigend. Mit einer Schere wird eine Ecke der Verpackung weggeschnitten, wir brauchen diese noch. Nun werden die M&M auf dem Kuchen gestreut und auf die Glasur geklebt, so dass es aussieht, als ob sie über den Kuchen rutschen und an ihm herunter.  Die M&M die an den Strohhalm sollen am besten einmal in die noch weiche Kuvertüre tunken und dann an den Strohhalm kleben. Falls die Schokolade noch zu weich ist, erfordert das ganze ein wenig geduld. Wenn auch dieser vollständig bedeckt ist, stülpt die Verpackung mit der offenen Ecke über den Strohhalm und schon sieht es aus, als ob die Verpackung schwebt. Guten Appetit!

 

Matschige Tarte au Chocolate

Ich steh‘ auf Schokolade. Diese braune Masse gehört für mich zu einem guten Dessert, wie Zucker zum Tee, Pfeffer zum Steak, Socken zu Füßen (im Winter) – es geht zwar auch immer ohne, aber es fehlt doch etwas. Deshalb liebe ich auch Schokokuchen und diese Tarte hier, ist für mich die ultimative Schokokuchenexplosion. Mehr Schoko geht nicht. Das Beste an ihr ist dabei der matschige Kern, in den man nicht reinbeißen kann, ohne ein „Mmmmmh“ von sich zu geben.

Da ich selten Speisestärke im Haus habe, war ich begeistert, als ich im Netz die Variante mit Puddingpulver gefunden habe, denn das habe ich häufig im Regal stehen. Seitdem bin ich ein Fan von Puddingpulver im Kuchen. Das gibt einen fluffigeren Kern und weil in dieser Tarte kein Mehl enthalten ist, sondern einfach nur Fett mit – nun – fetthaltiger Schokolade wird das ganze einfach unsagbar butterweich.

Vor mir liegen also nun alle Zutaten – viele sind es nicht (siehe Rezept am Ende). Doch auf die Menge kommt es ja nicht an. Auf den Herd stelle ich einen Topf mit Wasser und auf diesen Topf setze ich eine silberne Metallschüssel. In diese schnitze ich die Butter und werfe die zerbröselte Vollmilchschokolade hinein. Ich nehme immer die mit der lila Kuh, wer mag kann natürlich auch zartbitter Schokolade verwenden, dann anschließend mehr Zucker, oder auch nicht. Ich habe mit dieser Vollmilch-Variante allerdings noch jeden rumbekommen – sogar meinen Chef, der seiner Aussage nach, eigentlich kein Kuchenesser ist.

Während ich also die Butter und die Schokolade schmelzen lassen, bereite ich den restlichen Teig vor. Dafür schlage ich vier Eier in eine Rührschüssel, gebe den Puderzucker hinzu und anschließend den Vanillezucker. Eigentlich soll dort ein Päckchen rein, ich habe aber nur einen Streuer. Also gebe ich so viel hinzu, wie ich in einem Päckchen vermute – gut, ich glaube es war ein wenig mehr, aber zu viel Vanillezucker gibt es einfach nicht. Mit einer Prise Salz runde ich alles ab, verquirle das Ganze bis es leicht sämig ist.

Die Butter und die Schokolade sind geschmolzen. Ich rühre noch einmal um, damit auch die letzten Stücke zerfließen. Ich lasse es soweit abkühlen, bis ich die Metallschüssel anfassen kann – und zwar ohne Topflappen. Die Masse schütte ich in die Rührschüssel zu den anderen Zutaten. Es duftet nach warmer, geschmolzener Schokolade – welch eine Überraschung – und ich möchte direkt mit dem Gesicht in die Schokomasse dippen. Ich beherrsche mich, rühre langsam und auf kleiner Stufe bis alles vermengt ist. Ich gebe die gehackte Schokolade dazu und rühre sie mit dem Löffel in den flüssigen…ähm…ich nenne es mal Teig. Ist es eigentlich nicht, mehr eine warme, gut riechende, Schokosuppe. Die eigentlich eckigen Schokostückchen beginnen in der noch warmen Masse leicht zu schmelzen und werden kleine, runde Schokoklumpen…in die ich reinbeißen möchte.

Zum Schluss gebe ich das Puddingpulver und ein wenig Backpulver hinzu, quirle erneut auf der niedrigsten Stufe und nur bis sich das Pulver gut vermischt hat mit dem Rest. Ich möchte schließlich nicht die Schokostückchen zerkleinern. Jetzt muss das Ganze nur noch in eine gefettete Form und ab in den Ofen. Ich nehme immer meine normale Springform, eine Tarteform habe ich leider nicht. Auf ein Küchentuch gebe ich ein wenig Öl und verreibe dies in der Form, auf dem Boden und an den Rändern. Ich befülle die Form mit der Schokomasse und schiebe sie auf dem Backblech auf die mittlere Schiene bei 175° Grad.

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Die nächsten zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten fliegt ein angenehmer, verführerischer Schokogeruch durch meine Wohnung. Zwischendurch teste ich mit meinem Stäbchen, ob und wieviel Teig am Holz kleben bleibt. Als ich ihn rausnehme ist er noch sehr weich und eigentlich klebt auch noch ein wenig Teig am Holzstäbchen nach dem Test – doch so soll es auch sein. Wenn man ihn abkühlen lässt, wird er ein wenig fester von außen, dafür bleibt er dann innendrin so lecker matschig. Und die Schokostücke darin setzen weitere Highlights.

Eigentlich wollte ich euch auch Fotos vom inneren des Kuchens zeigen, doch ich setzte meinen Kollegen diese Tarte vor mit den Worten. „Die könnt ihr gerne essen, ich schaffe das alleine nicht.“ Nun…ich sag mal so, Heuschrecken hätten nicht schneller sein können. Dafür bekam ich aber jede Menge Liebesbekundungen, einen Heiratsantrag und ein sauberes Blech zurück. Wenn Liebe nicht durch den Magen geht, dann weiß ich auch nicht. Guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Die 200 g vollmilchSchokolade und die 200g Butter im Topf oder in einem Wasserbad schmelzen.
Währenddessen werden die 4 Eier, die 100g Puderzucker, das päckchen Vanillezucker und die prise Salz cremig geschlagen. Das Schokobuttergemisch wird langsam dazugegeben und die 100g gehackten Schokostücke vorsichtig untergehoben.
Dann das eine päckchen schokoPuddingpulver und der halbe teelöffel Backpulver dazugeben und auf leichter Stufe verrühren. Das Ganze kommt in eine vorher gefettete spring- oder Tarteform.
Bei 175° Grad auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen 20-25 Minuten backen. Der Kuchen wird so lecker matschig sein – wie warmer Pudding.

Umgedrehter Apfelkuchen nach Omas Rezept

Umgedrehter was?? Wieso denn umgedreht? Na ganz logisch: Dieser Kuchen wird auf dem Kopf gebacken und anschließend umgedreht. Ist natürlich praktisch für alle, die es immer schaffen ihren Kuchen zu dunkel werden zu lassen. Außerdem bekommt er so ein sehr schönes Ringmuster. Ja, meine Oma konnte schon gut backen. Viele Rezepte aus ihrem persönlichen Backbuch sind allseits beliebte Familienrezepte geworden mit Kuchen, die bei keiner Feier fehlen dürfen: Trüffelkuchen (ohne Trüffel), Mokkatorte, Erdbeerrolle und eben dieser umgedrehte Apfelkuchen (siehe Rezept am Ende).

Natürlich versuch ich beim Backen ihrer Kuchen ihren Vorlagen gerecht zu werden, aber irgendwie will mein Apfelkuchen nicht so schön aussehen wie bei ihr. Oft konnte ich ihre Kuchen nicht genießen, sie wohnte 640km von mir entfernt im Saarland in Hüttersdorf. Vielleicht ist es deshalb auch einfach nur der Gedanke, dass es bei meiner Oma immer besser schmeckte und aussah – wir hatten immer Ferien bei Oma, waren immer entspannt, haben immer Toffifee bekommen, ein Eis bei Alice gegessen und eben ihre tollen Kuchen genascht. Denn lecker ist meine Version auf jeden Fall auch. Dafür braucht es auch nicht viel Aufwand.

Ich lege also Backpapier in eine Springform, bestreue den Boden mit Zucker und lasse ein wenig – über dem Wasserbad geschmolzene – Butter über den Boden tröpfeln. Jetzt beginnt eigentlich die größte Arbeit: Das Schnibbeln der Äpfel. Natürlich schneide ich nicht gleich das gesamte Kilo Äpfel zurecht, wie viel man am Ende benutzt kommt auch auf die Dicke der Scheibchen und die Größe der Äpfel an. Ich schäle den ersten Apfel, viertel ihn, trenne das Kerngehäuse raus und schneide die Viertel in Scheiben. Dann lege ich diese ringförmig an den äußersten Rand der Springform. Ich viertel und schneide und lege, bis der ganze Boden mit den Apfelschnitzern bedeckt ist. Bei mir sind es drei Ringe und ein Stück in der Mitte. Auf diesen Ring streue ich ein paar gehackte Nüsse. Ja, so hat es meine Oma auch immer gemacht.

Danach schäle und schneide ich einen weiteren Apfel – aber diesmal in kleine Würfel – die ich auf den Apfelringen verteile, bis auch die kleinste Lücke mit Apfel gefüllt ist. So soll möglichst wenig Teig auf den Boden fließen – etwas, dass mir eben noch nicht so gut gelungen ist, wie bei meiner Oma. Ein letztes Mal streue ich weitere Nüsse auf die Äpfel, bevor ich mich dem Teig widme. Dann drehe ich mich um, weil ich mir die Hände waschen will. Gehe einen Schritt Richtung Waschbecken und trete mit meinem nackten Fuß in ein gewürfeltes Stück Apfel. Ob meine Oma auch so energisch die Zutaten durch die Gegend gepfeffert hat?

In einer Rührschüssel schlage ich die Eier, Butter und Zucker schaumig. Dann folgt langsam das Mehl mit dem Backpulver und ein wenig Milch. Hier müsst ihr selber einmal schauen, wenn der Teig zu fest ist, eben noch ein wenig mehr Milch hinzugeben. Die Masse soll nicht suppig sein, aber auch nicht knetbar – mehr die Konsistenz von Nutella…warmer Nutella, sehr warmer. Vielleicht auch ein wenig weicher sogar.

Diese Masse gebt ihr über die Äpfel in der Form und anschließend auf der mittleren Schiene in den Backofen. Mit einem Stäbchen testet ihr, ob auch kein Teig mehr daran kleben bleibt. Ist dies der Fall, ist der Kuchen durch und ihr könnt ihn rausnehmen. Wenn meine Kuchen zu sehr braun werden von oben, lege ich immer ein bissen Backpapier locker darüber, das verhindert, dass er noch dunkler wird.

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Nachdem der Kuchen abgekühlt ist, könnt ihr die Form umdrehen, sie öffnen und den Apfelkuchen auf einen Teller legen. Nun könnt ihr das schöne ringförmige Muster der Apfelschnitze sehen – naja…ich jetzt nicht so unbedingt bei meinem, aber ich weiß ja, dass er da ist. Meine Oma hat uns diesen Kuchen immer mit ein wenig Sahne dazu serviert. Ich mochte besonders die Nussstücke im Teig zwischen den süßen Äpfeln. Sie ist nun seit etwa vier Jahren nicht mehr bei uns, aber ihre Kuchen sind es noch und werden es auch stets sein. Als ich beschloss diesen Backblog zu starten, dachte ich sofort daran, als ersten Kuchen einen von Oma zu präsentieren – quasi als Widmung an sie und ihr Backkünste. Danke Omi. Und euch einen guten Appetit!

Rezept und Anleitung:
Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen. Diesen mit ein wenig Zucker bestreuen und 20g geschmolzene Butter auf den Boden tröpfeln. schnibbelt etwa 1 Kilo Äpfel in kleine Scheiben und legt sie ringförmig auf den Boden, bis dieser bedeckt ist. Nun nach belieben gehackte Nüsse darüber streuen.
Anschließend werden noch ein oder zwei Äpfel in kleine Würfel geschnitte und der Boden damit bestreut bis praktisch keine Löcher mehr frei sind. Danach nochmal ein paar Nüsse verstreuen.
Drei Eier, 135g Butter, und 240g Zucker schaumig rühren. 270g Mehl, ein halbes Päckchen Backpulver und 6 Esslöffel Milch hinzugeben, schön verrühren und dann über die Äpfel verteilen.
Das Ganze dann auf mittlerer Schiene bei 190°Grad etwa 40-50 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. nach dem Stäbchentest aus dem Ofen nehmen. Gut abkühlen lassen, dann die Form umdrehen und den Kuchen daraus lösen. Et Voilà! Ihr habt umgedrehten Apfelkuchen.